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ſpielt die ſinkende Sonne luſtig in dem Blattwerk, und wäh⸗ rend ihre Strahlen die höchſten Kronen der Bäume mit ſanfteren Farben beglänzen, färbt ſich das Grün nach der Oſtſeite immer tiefer und wird im Innern der Gebüſche dunkel und geheimnißvoll. Rieſige Schatten werfen ſich über den Boden dabin, und nach der erdrückenden Tages⸗ hitze erhebt ſich allmälig die friſche Abendkühle über Gras und Laubwerk und erfüllt die Luft mit erquickenden Duͤften.
Und dennoch iſt auf Grinſelhof Alles traurig; eine Todesſtille ruht wie ein Grabſtein auf dem einſamen Ort; die Vögel ſchweigen, der Wind ruht, kein Blättchen bewegt ſich... nur das Licht allein ſcheint hier Leben zu haben. Bei dem gänzlichen Mangel an jeder Bewegung, an jedem Laut ſchien es faſt, als ſei die Natur hier in einen Zauberſchlaf verſunken, und vertiefen wir das Auge in dieſes wilde, ſtille Laub, kann uns ein Schauder beſchleichen, als verberge die öde Stille dieſes Platzes irgend etwas Schreckliches in ihrem Schooß.
Plötzlich aber rauſcht das Laubwerk. Mitten in dem Gebüſch beugen ſich die Zweige unruhig auseinander vor der ſchnellen Bewegung eines unſichtbaren Weſens. Eine Schaar von Vögeln verläßt ihren Zufluchtsort und fliegt zwitſchernd auseinander, als drohe ihnen eine unſichtbare Gefahr.
Iſt es vielleicht ein menſchliches Weſen, das allein durch ſein Erſcheinen Leben und Geräuſch hier in dieſes Aſyl bringt, wo Tod und Stille zu herrſchen ſcheinen?
Jetzt thut ſich das Laub auseinander! Ein junges Mäd⸗ chen, ganz weiß gekleidet, ſpringt zwiſchen den Haſelnuß⸗ ſträuchen daher und mit einem ſeidenen Häſcher einem Schmetterlinge nach. Sie fliegt ſchneller als ein Reh, den ſchlanken Körper ausgeſtreckt, die runden Arme in die Luft Der arme Edelmann. 2


