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Der arme Edelmann / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Dr. Hans Wachenhusen
Entstehung
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Und in der That war dieß ſelbſt für den Pächter die⸗ ſes Hofes ein Geheimniß. Hinter ſeinem Hauſe erhob ſich undurchdringbares hohes Gebüſch, das gleich einem Vor⸗ hange das Innerſte des Landgutes dem Auge des Neugierigen entzog. Weder er, noch einer ſeiner Hausgenoſſen kam un⸗ gerufen über dieſe Gränze.

In dem Fond dieſes Landſitzes, zwiſchen den höchſten Baäumen, ſtand ein großes Haus, das der Landbewohner das Schloß nannte. In dieſem wohnte ein Edelmann mit ſeiner Tochter, ſo einſam und verſteckt wie ein Einſied⸗ ler, ohne Knechte oder Mägde, und jede Geſellſchaft aufs ſorgfältigſte vermeidend. Allgemein wähnte man, daß die⸗ ſer Edelmann, der ziemlich ausgedehnte Güter beſaß, ſich nur aus Geiz und Habſucht von allem geſelligen Leben fern halte.

Was den Pächter betraf, ſo wich dieſer jeder Erklärung hierüber aus und ehrte das geheimnißvolle Weſen des Edel⸗ mannes. Er befand ſich auf dieſem Gute ſehr wohl; das Land war fruchtbar und die Pacht nicht zu hoch. Er war hiefür ſeinem Herrn dankbar und borgte ihm daher gern ein Pferd, um ihn jeden Sonntagsmorgen in der alten Chaiſe nach dem Dorfe zu fahren, wenn der Edelmann und ſeine Tochter ſich zur Kirche begaben. Außerdem aber ſtand dieſen auch bei beſonderen und dringenden Angelegenheiten ſein Sohn als Kutſcher zu Dienſten.

Es iſt ſpät Nachmittag. Die Sonne hat ihre tägliche Himmelsbahn bereits faſt ganz durchlaufen und neigt ſich nach Weſten; ihre Strahlen aber ſind, wenn auch nicht mehr ſo glühend wie am Mittage, noch warm und überſtrö⸗ men die Natur mit leiſer Glut. Auch im Grinſelhof

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