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Der arme Edelmann / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Dr. Hans Wachenhusen
Entstehung
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Ja, antwortete Herr von Vlierbeke mit der Hand in die Taſche fahrend, vnicht wahr, es iſt lächerlich, ſo tief zu ſinken und ſein Glück oder Unglück von Dingen abhängig zu ſehen, die jedem Andern zum Spotte dienen müßten! Morgen kommt der junge Mann mit ſeinem Oheim zu uns, um bei uns zu ſpeiſen; der Oheim hat ſich ſelbſt eingeladen⸗ Aber wir haben nichts, was wir ihnen anbieten könnten; meine Tochter bedarf einiger Kleinigkeiten, um geziemend gekleidet zu erſcheinen, und wir ſollen ebenſo zu ihnen kom⸗ men.... Unſere Einſamkeit wird unſere Armuth nicht länger verſtecken; Opfer jeder Art müſſen gebracht werden, um nicht der Scham und dem Schimpf zu erliegen...)

Bei dieſen Worten zog er die Hand aus der Taſche und zeigte dem Notarius etwa zwei Franken in kleiner Münze.

»Sehen Sie! ſagte er mit ſchmerzlichem Lächeln,dieß iſt Alles, was ich noch beſitze! Und morgen ſoll ich reiche Leute zu Tiſche empfangen und wenn ſie meine Armuth er⸗ fahren, iſt all' meine Hoffnung für mein Kind dahin!

Um Gotteswillen, Herr Notarius, gewähren Sie mir Ihren edelmüthigen Beiſtand!

Tauſend Franken? murmelte der Notar,ich mag meine Mandanten nicht betrügen..... Was wollen Sie denn für ein Pfand für dieſe Summe geben? Sie beſitzen nichts mehr, was nicht ſchon belaſtet wäre!

Tauſend oder fünfhundert wenn auch nur zweihundert! rief der Edelmann.Borgen Sie mir nur etwas, was mich aus meiner Verlegenheit rettet!

Ich habe keine diſponiblen Gelder,y war die kühle Antwort.»In vierzehn Tagen vielleicht, aber ich kann

es nicht gewiß verſprechen! Aus Freundſchaft denn! flehte der Edelmann.Lei⸗

5 hen Sie mir aus Ihrer eigenen Caſſe!

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