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Matteo fand die Leiche noch dort und machte ſich nun mit Eifer daran, derſelben ein Grab zu bereiten, ehe noch Jemand hinzukomme, und dieſes gelang ihm auch, da in der Nähe zwiſchen ein paar Steinblöcken ſich eine Vertiefung befand, welche er nur etwas tiefer zu machen brauchte, um dann den Leichnam hinein legen zu können. Er bedeckte denſelben mit Erde und Steinen, ſprach ein kurzes Ge⸗ bet und machte ſich dann an das Weitere.
Matteo wollte ſich nämlich zum Erben Fano's machen, und deshalb hatte er auch Niemanden zu Hilfe gerufen bei der Be⸗ ſtattung Fano's. Als dieſe beendet war, begab er ſich ſogleich nach der Brandſtelle von Fano's ehemaliger Wohnung, um ſeine Nach⸗ forſchungen nach Schätzen, die er daſelbſt verborgen vermuthete, zu beginnen, ehe noch Andere in gleicher Abſicht ſich einſtellten.
Matteo's Erwartungen wurden indeſſen getäuſcht, denn an Geld fand er nichts vor, und einige Schmuckgegenſtände, die ſich auffinden ließen, hatten keinen großen Werth, und es konnte gar nicht anders ſein, als der goldgierige Fano hatte ſeine Beute auf eine Weiſe verborgen, daß deren Auffindung nicht ſo leicht möglich war.
So waren nur einige Waffen, ein paar Fäßchen und Flaſchen mit Wein und verſchiedenen Kräuterſäften und einige Lebensmittel Alles, was Matteo ſtatt der gehofften großen Geldſummen fand.— Ziemlich getäuſcht in ſeinen Erwartungen, aber mit dem Entſchluſſe, zu gelegener Zeit noch einmal die Brandſtelle genau zu durchſuchen, entfernte ſich Matteo und nahm mit, was er einſtweilen mitnehmen konnte.
Als Matteo in ſeine Hütte zurückkam, hatte ſeine Frau ſich bereits mit dem Kinde viel zu ſchaffen gemacht und es auf's Ge⸗ naueſte unterſucht, wobei ſie auch den Streifſchuß, den das Kind erhalten hatte, gefunden, der indeſſen nach dem Urtheile Matteo's von gar keiner großen Bedeutung war, wenn er auch eine Narbe hinterlaſſen würde.
Aus der Kleidung und Wäſche des Kindes, die von außer⸗ ordentlicher Feinheit waren, ſchloß das Ehepaar, daß das Kind von vornehmer Abkunft ſein müßte, aber ein beſonderes Kennzeichen fand ſich ſonſt nicht, weder am Körper noch an der Kleidung, außer daß es an einem ſeidenen Bande ein kleines Kreuzchen am Halſe trug.


