Ratteo
———
267
„Fano,“ ſagte er da voll Erſchütterung,„die Kugel hat es böſe mit Dir gemeint.“
Fano antwortete nicht, er befand ſich noch in einem Zuſtande vollſtändiger Bewußtloſigkeit.
Matteo rüttelte ihn und Fano ſchlug jetzt die ſchon halb ge⸗ brochenen Augen auf, Matteo mit gläſernem Zlicke anſtarrend.
„Fano!“ rief Matteo.
„Was ſoll ich Dir, Teufel?“ entgegnete Fano ſtöhnend.
„Beſinne Dich doch,“ ſagte Matteo.„Ich bin es ja, Matteo!“
Fano ſtarrte ihn einige Minuten an; die Beſinnung ſchien ihm langſam zurückzukehren.
„Matteo,“— ächzte er dann und fügte hinzu:„O, wie das brennt!“
„Es iſt Dein Letztes,“ ſagte Matteo.„Haſt Du mir über das Kind Etwas zu ſagen, ſo thue es ſchnell, weil Du es noch kannſt.“ „Was, Schurke, willſt Du mich ausforſchen?“ ſchrie Fano.
Er ſuchte ſich aufzurichten, griff nach dem Kinde, das neben ihm auf dem Raſen eingeſchlummert war, ſank aber ſogleich mit einem lauten Schmerzensſeufzer wieder zurück.
„Fano,“ drängte Matteo wieder,„haſt Du noch Etwas zu ſagen, ſo folge meinem Rathe und thue es bald, denn wer weiß, ob Du es in der nächſten Stunde noch kannſt!“
Wieder ſtarrte Fano den Dränger an.
„Verräther!“ lallte er dann.
Aber Matteo ließ nicht nach, er drängte Fano wiederholt, daß er, was er noch zu ſagen haben könnte, ſchnell ſagen möge, und es entfuhr ihm das Wort„ſterben!“
Dieſes Wort aber traf Fano wie ein tödtlicher Stich.
„Sterben?“ heulte er laut auf.—„Verräther!— Ich kann,— ich— will nicht ſterben!“
Seine Augen flammten dabei in gräßlichem Feuer. Ein letztes Aufflammen der Lebenskraft war es wohl. Im nächſten Augen⸗ blicke verloſch dieſes Feuer, und das oben noch gewaltſam empor⸗ gehobene Haupt ſank kraftlos zurück.
„Das Kind— tauſend— tauſend,“— ſtammelte er und griff mit der geſunden Hand um ſich, als ſuche er nach dem Kinde.


