Teil eines Werkes 
2. Th. (1870)
Entstehung
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wiſſen, welcher Art denn eigentlich das Intereſſe ſein möge, das Fano auf ſo lebhafte Weiſe für das Kind ausſprach. Doch ſeine darauf bezüglichen Fragen blieben erfolglos, er konnte aus den oft wirren Reden Fano's nur ſo viel entnehmen, daß der Gewinn einer bedeutenden Geldſumme wohl mit dem Knaben zuſammenhänge. Da er Fano's unerſättlichen Gelddurſt kannte, ſo konnte Matteo wohl ſicher ſein, daß es ſich eben nur um Geld drehte.

Endlich ſchwand das nächtliche Dunkel, der Morgen brach an und die Gegend hellte ſich ſchnell auf.

Matteo's erſter Blick fiel auf Fano und er ſchauderte unwill⸗ kürlich bei deſſen Anblick zurück, denn ſein Geſicht hatte ſich ſo gänzlich verändert, daß er kaum mehr kennbar war.

Eingeſunken waren die Augen und deren Blick war halb ge⸗ brochen, auch das Geſicht zeigte ſich verfallen und ſeine Züge waren tiefer gefurcht, als ſonſt und das Haar hing wirr um die tief ge⸗ faltete Stirn und die eingeſunkenen und fahlen Wangen.

Die Kleidung zeigte überall Spuren des Brandes, ſie war ſtellenweiſe gänzlich durchgeſengt, und andere Stellen waren mit dunklen Flecken bedeckt, die ſich ſogleich als Blutflecke erkennen ließen.

Nun machte ſich Matteo daran, die Wunde Fano's aufzuſuchen. Fano war in einen Zuſtand der Betäubung geſunken, in welchem er, völlig willenlos, mit ſich machen ließ, was Matteo wollte, und dieſer benutzte dieſes, Fano zu unterſuchen, um Gewißheit darüber zu er⸗ halten, ob es überhaupt nöthig wäre, ſich mit Fano viele Mühe zu geben und auf deſſen Fortſchaffung nach irgend einem ſicheren Orte zu denken, oder ob man ihn ruhig hier ſeinem Schickſale überlaſſen könne, gewiß, daß ſich daſſelbe ſchnell entſcheide.

Als Matteo das von Blut getränkte Hemde, welches an den Körper anklebte, mit vieler Mühe entfernt hatte, da erkannte er, wie ſchwer die Wunde war und wie gefährlich der ganze Zuſtand. Der von der Kugel getroffene und ein Theil der Bruſt Fano's zeigte ſchon alle Spuren des Brandes, der entſtanden war, weil die Wunde ſo lange ohne alle Pflege geblieben war und Fano ſich auch während der ganzen Zeit in höchſter Aufregung befunden haben mußte. Der Verwundete war verloren: dieſes war Matteo ſofort klar.

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