Teil eines Werkes 
2. Th. (1870)
Entstehung
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Ein Schrei weckte ihn endlich aus demſelben. Er fuhr auf, ſtarrte um ſich. Dichte, faſt greifbare Finſterniß umgab ihn, eine ſchwüle, ſchwere Luft drückte auf ihn, ſo daß es ihm war, als ruhten Centnergewichte auf ſeinen Schultern. Sein ganzer Körper war mit klebrigem Schweiße überzogen, der Kopf wirr und wüſt, ein heftiger Schmerz brannte in der Wunde und ein brennender Durſt quälte ihn.

Neben ihm winſelte und wimmerte es und im erſten Augen⸗ blicke der Verwirrung konnte ſich Fano keine Rechenſchaft über dieſes Geſtöhne geben; allein im nächſten Momente kehrte die Erinnerung in ihm zurück. Es war das Kind, welches dieſe Laute von ſich gab.

Fano wollte dem Kinde helfen, es beruhigen, er ahnte, daß es wohl auch vom Durſte gepeinigt würde, er taſtete erſt nach einer Weinflaſche, die er neben ſich geſtellt, und dann nach dem Kinde. Aber da machte er die ſchreckliche Entdeckung, daß ſeine Befürchtung eingetroffen und ſein Arm vollſtändig ſteif und unbrauchbar ge⸗ worden war. Und eben der rechte Arm mußte es ſein.

Möge der Teufel Dem, der mir dieſe verfluchte Kugel zu⸗ ſchickte, es zehnfach auszahlen, grellte Fano und ſchloß dieſe Worte mit einem furchtbaren Fluche.

So gut es gehen wollte, ſuchte Fano das wimmernde Kind zu beruhigen. Er hatte die Flaſche gefunden, ſuchte nun des Kindes Mund, ihm etwas Wein einzuflößen; ob ihm dieſes aber in der Dunkelheit gelungen, wußte er nicht, aber er tröſtete ſich, daß das Kind denn doch getrunken haben müſſe, da es etwas ruhiger ſchien.

Fano ſelbſt trank erſt dann in vollen Zügen, als er glaubte, des Kindes Durſt gelöſcht zu haben.

Wieder umfing ihn dann eine Betäubung und dieſe ging bald in einen neuen todtenähnlichen Schlaf über. Auch das Kind mochte wohl eingeſchlafen ſein; vielleicht aus Erſchöpfung, vielleicht in Folge einer durch den eingeflößten Wein hervorgerufenen Betäubung.

Matteo hatte aus der Ferne den Brand von Fano's Hütte be⸗ merkt, er hatte den Knall der Schüſſe gehört und dachte ſich wohl, daß dort eine furchtbare Kataſtrophe ſich entwickelt haben mußte. Er kannte Fano, wußte, daß derſelbe ein Mann ſei, welcher lieber den letzten Blutstropfen verſpritzte, ehe er ſich den Gegnern ergab.

Aber er war auch, gleich ſo vielen Anderen, von dem Glauben befangen, Fano verſtehe geheime Künſte, gebiete über übernatürliche