249
für dieſe ſchlechte Geſinnung wird er hundert Jahre länger in der Hölle braten, als es ohnedies geſchehen.“
„Es iſt ihm zu gönnen!“
„Aber,“ ließ ſich der Eine nach einer Pauſe wieder vernehmen, „der arme Herr, der Graf, dauert mich!— Er iſt ſo mit einem Schlage um den Sohn gekommen.“
„Es ſoll ſein einziges Kind ſein!“
„Deſto ſchlimmer für den Grafen. Deshalb bot er auch ſo große Summen, wenn wir ihm das Kind lebend wiederbrächten.“
Fano horchte hoch auf.— Alſo ein Grafenſohn war es, der da neben ihm auf dem Lager lag? Hier mußte ein ganz beſonderes, wichtiges Geheimniß herrſchen.— Das gab ohne Zweifel ein ge⸗ winnreiches Geſchäft, vielleicht noch gewinnbringender, als er jetzt ahnte.
„Das Kind muß leben bleiben, und wenn ich dafür mich dem Teufel ſelber verſchreiben ſollte,“ ſagte Fano leiſe vor ſich hin.
Die Leute oben hatten noch einige Worte gewechſelt, doch ohne daß Fano hätte verſtehen können, was ſie ſprachen. Er achtete auch nicht weiter darauf, denn er hatte ja jetzt durch dieſes Geſpräch Etwas erfahren, was ſeine ganze Aufmerkſamkeit in Anſpruch nahm.— Der Sohn eines Grafen ihm übergeben! Das war es eben, an was er beſtändig dachte.
Jetzt aber hörte er wieder den Einen rufen:
„Zum Teufel, der Wind treibt auch gerade hierher den ganzen Qualm und der riecht ſo brenzlich, wie verbranntes Menſchenfleiſch. Gehen wir dem Geſtanke aus dem Wege.“
„Ha, ha,“ ſagte der Andere und ſeine Stimme klang wie Hohngelächter,„das iſt des Fano's Bratengeruch. Verderben wir uns die Naſen nicht damit; dem Teufel wird es beſſer ſchmecken, als uns.“
Fano vernahm aus den Schritten, daß ſich die Leute entfernten.
Für Fano war das, was er gehört, höchſt willkommen, denn einmal hatte er doch einige Aufklärung über den Urſprung des ihm anvertrauten Kindes; zweitens hatte er erfahren, daß die Feinde ihn für ganz gewiß todt hielten, er alſo gegen Nachforſchungen im Schutte, wo die Oeffnung ſeines Zufluchtsortes immer noch hätte entdeckt werden können, ganz ſicher war; und drittens hatte er aus


