„Es ſind zwei Damen!“ bemerkte Albert. „Schön, da giebt es Schmuckſachen für unſere Weiber,“ war die Antwort.„Ausgeſtiegen, Signoras!“
Der Briganti riß bei dieſem Worte den Schlag des Wagens auf und befahl nochmals den darin Sitzenden, auszuſteigen.
Albert erhob ſich, dem Befehle zu gehorchen; im Augenblicke, wo er auf dem Wagentritte ſtand, ſah er, daß nur drei Mann auf dieſer Seite ihm gegenüber ſtanden, und ein böſer Dämon gab ihm den Gedanken ein, zu verſuchen, ſich durch raſchen Angriff dieſer Gegner zu entledigen und ſo durch Kühnheit und Entſchloſſenheit zuletzt doch noch den Sieg zu erfechten. Fühlte ſich Albert doch im Gebrauche der Waffen durch lange Uebung ſicher.
Albert blieb zögernd auf dem Tritte des Wagens ſtehen; er griff hinter ſich, ſich ſeines Jagdmeſſers zu bemächtigen, welches auf dem Kiſſen des Wagens lag.
Aber die Brigantis gehörten jedenfalls zu der gewitzigten Sorte, die ſchon manche Erfahrung gemacht hatte und dadurch vorſichtig geworden war. Sie hatten ein ſcharfes Auge auf Albert und auf
jede ſeiner Bewegungen, die ihnen verdächtig vorkommen mochten.
Wie auf ein Commando warfen ſich ſofort die Brigantis auf den Mann, packten ihn und riſſen ihn von dem Tritte herab.
Albert ſtrengte alle ſeine Kräfte an, ſich der Feinde zu entledi⸗ gen, er rang mit ihnen, konnte aber der Uebermacht nicht widerſtehen.
Karja und Eugenie, vor welche ſich jetzt einer der Banditen
geſtellt und ſie mit dem Tode bedroht hatte, ſo ſie noch irgend einen Widerſtand verſuchen ſollten, ſchrieen angſtvoll auf, baten und jammerten. Die Banditen hatten aber auch ſchon die andere Thüre des Wagens aufgeriſſen und befahlen mit grimmiger Stimme den beiden Damen, auszuſteigen.
In ihrer Angſt verſtanden die Damen aber dieſen Befehl nicht ſogleich, und ungeduldig packten die Brigantis an, ſie herauszuziehen.
Der Diener, welcher auf dem Bocke geſeſſen, war, ohne daß er von ſeinen Waffen hätte Gebrauch machen können, ſchon herab⸗ geriſſen, gleich dem Kutſcher, und lag auf der Erde.
Andere Brigantis hatten gleichzeitig die Stränge der Pferde zerſchnitten.
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