Teil eines Werkes 
1. Th. (1870)
Entstehung
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ht etwa Grafen

er Welt

eAlbert

221

ſehr ernſt.Sie wiſſen doch, daß der Sohn des Grafen als kleines

Kind in der Hütte des Banditen Fano erſchoſſen und ſeine Leiche mit verbrannt iſt? Es geſchah dieſes vor langen Jahren. Ein Todter kann nicht auferſtehen!

Hier muß ich Ihnen widerſprechen, Herr Albert, ſagte Eugenie.Es ſind ſchon oft genug Todtgeglaubte wieder auf⸗ geſtanden. Iſt es nicht bei dieſem Grafen auch der Fall geweſen? Könnte es da bei ſeinem Sohne nicht gleichfalls der Fall ſein? Sollten wir uns vielleicht jener Gegend nahe befinden, wo den Grafen das Unglück traf, den Sohn zu verlieren.

Himmel, wenn dieſes wäre? rief jetzt Marja und heftete wieder ihre Blicke auf den noch ruhig daſtehenden Hirten.

Auch Albert war von Eugeniens Bemerkung ſehr betroffen ge⸗ macht, tiefer Ernſt lagerte auf ſeiner Stirne, und forſchend war der Blick, den er auf den Hirten warf.

Er hatte auf Etwas nicht gedacht. Er befand ſich ja in der That in jener Gegend der Abruzzen, wo die Hütte Fano's geſtanden, wo angeblich der Sohn Monte Chriſto's geendet. Wenn er den Jüngling, der da ſo trotzig vor ihm ſtand, betrachtete, ſo war es ihm, als könne es doch möglich ſein, er habe den geraubten Sohn des Grafen vor ſich, denn dem Alter nach konnte derſelbe mit dem Sohne des Grafen auf ganz gleicher Linie ſtehen.

Raſch wandte ſich jetzt Albert wieder zu Luigi.

Junger Freund, ſagte er,ich ſehe es wohl, daß Dir es merkwürdig erſcheint und auch erſcheinen muß, daß ich, als ein Dir ganz Unbekannter, ſo angelegentlich mich nach Deinen Verhältniſſen erkundige. Glaube nicht, daß dieſes gewöhnliche Neugier wäre, nein, es iſt das lebhafte Intereſſe, das mich zu dieſen Fragen ver⸗ anlaßt; ein wirklich lebhaftes Intereſſe, welches Dein bloſer Anblick mir einflößt.

Dem Hirten mochte dieſe Erklärung nicht weniger ſonderbar vorkommen, als wie die erſten Fragen; er ſchaute die Fremden der Reihe nach mit großen Augen an, ſchüttelte den Kopf und meinte endlich, daß er nicht begreife, was denn die Fremden ſo ganz Be⸗ ſonderes an ihm fänden, daß ſie über ihm Auskunft verlangten, und er zeigte ſich neugierig, zu wiſſen, was denn dieſes eigentlich wäre.