Teil eines Werkes 
2. Th. (1870)
Entstehung
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Zur Vertheidigung und Buße zugleich legte er ſich auf, Morell ſeine Geſchichte zu erzählen, dieſe war in Kurzem folgende:

Edmond Dantes hatte 1815 ein dem Hauſe Morell in Marſeille gehöriges Schiff nach dem Tode deſſen Kapitäns glücklich zurück⸗ geführt und ward zur Belohnung dafür zum Kapitän deſſelben er⸗

nannt. Er hatte ſich nun mit ſeiner Geliebten Mercedes verlobt.

Sein Glück erregte den Neid Danglars und eines Nebenbuhlers Mondego, welche den Umſtand, daß Edmond von dem verſtorbenen Kapitän Briefe, welche dieſem auf Elba anvertraut waren, zur Be⸗ förderung erhalten hatte, zu deſſen Anklage benutzten, welche Ville⸗ fort, damals Präſident in Marſeille, mit Eifer benutzte, ſich in den Augen der bourboniſchen Regierung in gutes Licht zu ſetzen, und obwohl er des Angeklagten Unſchuld erkannte, dieſen doch in dem Schloſſe If einkerkern ließ, wo er eine lange Reihe von Jahren gefangen blieb.

Hier machte er die Bekanntſchaft mit dem Abbé Faria, der hier gleichfalls Gefangener war, und erhielt von ihm die Kunde von dem auf der Inſel Monte Chriſto liegenden Schatze. Der Tod

des Abbé half ihm zur Freiheit, indem er die Stelle der Leiche in

dem zugenähten Sack einnahm und ſo ſich in das Meer ſtürzen ließ.

Er rettete ſich glücklich, gewann den Schatz und nachdem er ſich lange Zeit in Rom aufgehalten, wo er auch die Bekanntſchaft mit Albert gemacht, kehrte er nach Frankreich zurück, um ſein Rachewerk zu beginnen. Viel hatte ſich geändert während der Gefangenſchaft Edmond's; ſein Vater war Hungers geſtorben, Villefort zu einem der erſten Staatsämter emporgeſtiegen, Mondego hatte Mercedes geheirathet und ſich zum General und Grafen emporgeſchwungen, Danglars war ein reicher Banquier geworden. Monte Chriſto enthüllte dunkle Thaten aus dem Leben Mondego's, namentlich ſeinen Verrath an Ali Paſcha von Janina, er beſchimpfte ihn und trieb ihn zum Selbſtmord.

Danglars Vermögen wurde durch falſche Nachrichten, welche den Banquier zu gewagten Speculationen trieben, ruinirt, eben ſo durch ungeheure Summen, welche Monte Chriſto aus deſſen Geſchäft nahm; endlich ward noch ſein Haus beſchimpft, als der entflohene Galeerenſträfling Benedetto als Prinz von Cavalcanti um die Hand von Danglars Tochter warb, im Augenblicke der Verlobung aber verhaftet wurde. Danglars fallirte und floh.

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