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„Das iſt eine Lüge!“ rief da eine Stimme.
Am Arme Morell's trat Valentine aus dem Hintergrunde her⸗ vor.—„Wer ſpricht, der Graf Monte Chriſto hat mich geopfert?“ fragte die junge Frau mit glühenden Blicken.„Er hat ſich viel⸗ mehr für mich geopfert; er rettete mir das Leben und ſchuf mein Glück, und zwar das ſchönſte, reinſte Glück.“
Benedetto ſtarrte ſie zurückweichend an, als habe er einen Geiſt
geſehen.—„Wie,“ ſtammelte er,„Sie wären Valentine Villefort, meine Schweſter?“ „Elender,“ donnerte Morell ihm zu,„nenne dieſes reine Weſen
nicht Schweſter, dieſer ſüße Name wird entwürdigt durch Deinen Mund.“
Benedetto warf ihm einen Blick der Wuth zu und öffnete den Mund zur Antwort.
Da klirrten plötzlich Waffen. Geſtalten erſchienen am Eingange der Höhle.
„Da iſt er!“ rief eine Stimme.
Mit wildem Satze ſprang ein Mann in die Höhle, fuhr mit raſender Wuth auf Benedetto zu und packte ihn an der Gurgel. Es war Pierre.
„Habe ich Dich endlich, Du Dieb, Du Mörder?“ ſchrie er ihm zu.„Nun ſoll Dir das Handwerk gelegt werden.“
Voll Erbitterung würgte er ſeinen Gefangenen mit aller Ge⸗ walt an der Kehle.
„Verrath!“ kreiſchte Benedetto und wollte ſich losringen von des Feindes eiſernem Griff.
Umſonſt, Pierre hielt ſeinen Feind feſt, und ſeine Begleiter, toskaniſche Gensd'armen und Strandhüter fielen über Benedetto her, warfen ihn nieder und feſſelten ihn.
Monte Chriſto ſprang hinzu.
„Halt,“ rief er.„Benedetto, mein Kind, um Gott, um Kind!“
„Elender,“ kreiſchte der Gefangene voll Wuth,„ſuche es in der Hölle.— Wiſſe denn, Dein Kind fiel in der Hütte Fano's unter den Kugeln Deiner Helfershelfer.— Jauchze nur, Kindesmörder!“
Da ward es ſchwarz vor des Grafen Augen und mit einem Wehrufe ſank er an die Felſenwand zurück.


