Teil eines Werkes 
2. Th. (1870)
Entstehung
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Einundſechszigſtes Kapitel. Die Kataſtrophe auf Monte Chriſto.

Böſe Früchte trägt die böſe Saat. Schiller.

An dem Morgen des verhängnißvollen Tages, welchen Bene⸗ detto zu der Zuſammenkunft mit Edmond Dantes auf der zauber⸗ reichen Felſeninſel Monte Chriſto beſtimmt, landete die Yacht des Grafen an der Inſel, Monte Chriſto ſtieg in Begleitung Haidee's aus, ſonſt folgte ihnen Niemand, ſelbſt Bertuccio nicht, vielmehr entfernte ſich auf Befehl des Grafen das Fahrzeug eine kurze Strecke vom Ufer. Monte Chriſto war außergewöhnlich ernſt und düſter. Er hatte in der letzten Zeit zu viel bittere Erfahrungen gemacht, welche ſein ganzes Lebensglück zu zerſtören drohten. Er hatte Haidee ganz verändert gefunden. Die Giftſaat Benedetto's war in Haidee's Herzen aufgegangen, und ſie fühlte ſich unglücklich, grenzenlos un⸗ glücklich, der Graf aber noch mehr, denn er konnte ſich dieſes ver⸗ änderte Benehmen ſeiner Gattin nicht erklären, da ſie beharrlich ſchwieg.

Ohne ein Wort zu ſprechen, ſtiegen Beide an dem Felſen empor zu der vorderen Grotte, wo ihnen zu ihrem nicht geringen Erſtaunen drei Perſonen entgegentraten, ein junger, eleganter, ſchlanker Mann, eine junge, ſchlanke Dame und ein finſterer, ver⸗ witterter Greis, der ſich mühſam an dem Arme des jungen Mannes aufrecht erhielt.

Welch' ein Zuſammentreffen! rief der junge Mann.Graf Monte Chriſto, unſer Wohlthäter, ſo ſind Sie wirklich hier?

Morell, Valentine, Noirtier! entgegnete der Graf, indem ein Strahl von Freude über ſein Geſicht zuckte.

Er umarmte Morell und begrüßte mit ernſter Freundlichkeit Valentine, die von ihm vom Tode Gerettete; Noirtier reichte er die Hand, und des Greiſes verwittertes Angeſicht war ſichtlich bewegt.