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„Gewiß,“ entgegnete Fano mit einem ſcheuen Seitenblicke auf die Hand.„Aber das Geld?“
„Schwöre mir auf das Kruzifix, daß Du meine Bedingungen unverbrüchlich halten willſt,“ fuhr Benedetto fort, ohne auf die Geld⸗ frage zu achten. 4
Fano erklärte ſich bereit, den verlangten Schwur zu leiſten; er brachte ein Kruzifix aus der Hütte und leiſtete auf daſſelbe den Eid.— Auch die junge Frau folgte dem Beiſpiele ihres Schwieger⸗ vaters.
Benedetto war befriedigt, und jetzt erſt übergab er das ent⸗ führte Kind der Banditenfrau.
„Aber das Geld,“ fragte Fano dringender.
„Alter Burſche,“ lachte Benedetto,„habe keine Sorgen, es geht Dir nichts verloren.“
Mit dieſen Worten griff Benedetto in die umhängende Taſche, holte fünf Goldrollen hervor und gab ſie Fano, welcher ſie gierig aufbrach und deren Inhalt überzählte, um gewiß zu ſein, daß er um kein einziges Goldſtück übervortheilt werde.— Benedetto ſah ihm mit ſpöttiſchem Lächeln zu.
Die Frau hatte unterdeſſen das ermüdete Kind auf ein Bett gelegt, während die Männer ſich vor der Hütte lagerten und Bene⸗ detto nochmals Alles genau wiederholte, was er in Bezug auf das entführte Kind inne gehalten haben wollte. Nun hatte Fano wohl viel Luſt, das Geheimniß zu durchdringen, woher das Kind käme und wer der ſei, welcher es ſeinen Händen überliefert, doch Bene⸗ detto war gar nicht geneigt, ihn weiter in das Vertrauen zu ziehen, als eben nöthig war, und Lippi's Zunge war durch ſeines Gefährten ſtrenge Weiſung gebunden.
Nach einiger Zeit erſchien Luigi Fano, der Sohn und zu⸗ künftige Nachfolger des alten Räuberchefs. Er war herbeigerufen, damit er von der unerwarteten Vermehrung ſeiner Familie unter⸗ richtet würde und von Benedetto ſelbſt die Verhaltungsbefehle er⸗ halte. Auch er war zu Allem willig.
Unter dem Geſpräche verging die Zeit, man aß dann von dem ſchnell bereiteten Mahle, wozu der Bandit einen Wein zum Vor⸗ ſchein brachte, welcher auf einer königlichen Tafel nicht beſſer hätte ſein können.


