Teil eines Werkes 
2. Th. (1870)
Entstehung
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Kette und ein kleines Portefeuille mit Banknoten, welches auf dem

Tiſche neben dem Bette gelegen hatte.

Alſo gemeiner Diebſtahl, murmelte der Graf.Wahrhaftig, ein ritterlicher Feind. Er ſchonte mein Leben, damit er noch mehr Gelegenheit habe, mich zu beſtehlen.

Er ließ nun Bertuccio rufen, befahl dieſem, den Wirth von dem geſchehenen Einbruche in Kenntniß zu ſetzen und dann die ganze Um⸗ gebung der Oſteria auf das Genaueſte nach dem verdächtigen Men⸗ ſchen zu durchſuchen.

Dieſes geſchah nun wohl, führte aber zu keinem anderen Reſul⸗ tate, als daß man an dem Weingelaͤnder, welches an dem Balkon ſich anlehnte, die Spuren fand, daß Jemand daſelbſt hinaufgeſtiegen ſein mußte.

Monte Chriſto empfing dieſe Nachricht ruhig und ernſt. Er ſchickte die Leute wieder fort, verſchloß die Balkonthüre und warf ſich nochmals auf ſein Lager, dort wachend und ſeine ſcharfgeladenen Piſtolen in der Hand den Anbruch des Tages erwartend.

Aber welche Gedanken wogten in dieſer einſamen Stunde in ſeiner Bruſt auf und ab! Des Unbekannten Drohung begann bereits in Erfüllung zu gehen, denn eine Sorge, die Monte Chriſto längſt nicht mehr gekannt, fand Eingang in ſeine Bruſt, und wo dieſes ge⸗ ſchieht, dann iſt es auch nicht mehr weit bis zum Zittern. Der Graf ſträubte ſich wohl gegen dieſen Gedanken, aber dennoch konnte er ſich des verrätheriſchen Gefühls nicht erwehren.

Als die Sonne aufging trat die kleine Geſellſchaft die Weiter⸗ reiſe nach Rom an, Alberts Herz klopfte heftiger, denn dort ſollte er ja ſeine Mutter wiederfinden. Auch Monte Chriſto's Herz pochte in ungewohnter Aufregung, obgleich ſein kaltes, bleiches Geſicit keine Spur davon verrieth.