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dann ward Alles wieder ſtill. Vielleicht war es ein Nachtvogel, der durch das Weingeländer flatterte.
Aber was iſt das?— Die zum Balkon führende, halb ofſen. gelaſſene Thüre öffnet ſich noch weiter, ein dunkler Schatten ſohleicht hinein. Es iſt eine männliche, von einem dunklen Mantel umhüllte Geſtalt, und als dieſe in den Lichtkreis der Nachtlampe tritt, zeigt ſich ihr Geſicht von einer ſchwarzen Maske bedeckt.— Unhörbar, geiſterhaft ſchwebt die Geſtalt nach der Thüre, welche nach dem Vor⸗ ſaale führt, und riegelt ſie zu. Dann ſchwebt ſie zu dem Lager des Grafen, wirft einen langen Blick auf ihm und begiebt ſich dann an die Thüre, welche in Alberts Schlafgemach führt. Eine leiſe Be⸗ wegung und auch dieſe Thüre iſt geräuſchlos geſchloſſen.
Der geheimnißvolle, nächtliche, faſt geſpenſtig zu nennende Be⸗ ſucher macht nun die Runde durch das Zimmer, bald hier, bald da einen Augenblick ſtehen bleibend; dann tritt er an das Lager des Schlummernden.
Monte Chriſto ahnt noch immer nichts, was in dem Zimmer vorgeht; er ſchläft ruhig fort, ſein Mund lächelt.
„Verſöhnungl“ flüſterte jetzt der Schlafende.
„Nein, Haß!“ murmelte die Erſcheinung.
Eine Hand berührte die Monte Chriſto's, ſie iſt eiſig kalt, der Schlafende ſchauert zuſammen und öffnet die Augen. Er glaubt zu träumen, als er die unheimliche Geſtalt vor ſich ſieht. Einen Augen⸗ blick bleibt er vor Ueberraſchung bewegungslos in den Kiſſen liegen, dann aber richtet er ſich raſch auf und ſtarrt die dunkle Geſtalt an.
Der nächtliche Beſucher regte ſich nicht, feſt und unbeweglich ſtehen bleibend, richtete er ſeine durch die Maske funkelnden Augen feſt auf den Grafen, der jetzt mehr und mehr zu der Ueberzeugung kam, daß es kein leeres Traumbild ſei, was er vor ſich ſah.
—„Wer biſt Du?“ fragte Monte Chriſto mit ſtarker Stimme.
„Dein böſes Geſtirn!“ antwortete die Geſtalt dumpf.
„Was willſt Du?“
„Genugthuung!“
„Wofür?“
„Für zertretene Leben!“
Des Unbekannten Stimme klang bei den letzten Worten ſchauer⸗


