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„Ich weiß es, Bertuccio, aber wir haben ſchon ſchwerere Dinge vollbracht. Der Name Monte Chriſto muß von jener Schmach rein gewaſchen werden.“
Bertuccio zuckte die Achſeln.
„Das muß allerdings eine Hauptbeſtrebung ſein,“ ſagte er. „Aber——“
„Ich weiß, was Du ſagen willſt,“ unterbrach ihn der Graf. „In der Welt iſt nichts ſchwieriger, als den getrübten Glanz eines Namens wieder herzuſtellen. Der Geifer der Verleumdung iſt ein freſſendes Gift, welches den Glanz des Spiegels zerſtört, ſo daß ſelbſt nach der ſorgſamſten Abwaſchung immer noch ein häßlicher Schmutz⸗ fleck bleibt.— Die Welt glaubt nun einmal immer am liebſten das Schlimmſte, und die Nächſtenliebe bethätigt ſich dadurch, daß ſie ſtatt ihn zu reinigen, den Geſchmähten noch mit Koth zu bewerfen ſucht. Ich weiß dieſes, und mache mich gefaßt, daß mir es eben ſo geht. Aber dennoch muß der Betrüger entdeckt werden.“
Bertuccio erklärte ſeine Bereitwilligkeit zur Ausführung dieſer Aufgabe.
„Ich erwarte Alles von Deinem Dienſteifer,“ ſagte der Graf. „Doch noch Etwas. Morgen kommen wir nach Rom. Werde ich dort die Wohnung bereit finden, wie ich befohlen?“
„Ich erwarte es für gewiß,“ antwortete Bertuccio, aber offen geſagt, ich weiß es nicht. Der Agent in Rom hat mir noch keinen Bericht erſtattet, wie er doch hätte thun ſollen. Der einfältige Burſche von Courier hat uns am Ende verfehlt und reitet jetzt vielleicht in der Irre herum, den Herrn Grafen ſuchend und nicht finden könnend.“
Monte Chriſto runzelte die Stirn.
„Ich muß nur wiederholen, essiſt nicht Alles wie ſonſt,“ ſagte er nach einer Pauſe.—„Geh' und ſorge dafür, daß morgen Alles zeitig zur Abreiſe bereit iſt.“
Bertuccio entfernte ſich ſchweigend.
Monte Chriſto wollte nun ebenfalls das Lager ſuchen, fand aber immer noch keine Ruhe; er trat hinaus auf den Balkon in die laue Nachtluft und ſchaute über die ſchlummernde Gegend. Der Mond
leuchtete ſo mild herab, leichte Nebel zogen an den Bergen hin, vor
der Oſteria verbreiteten hohe Kaſtanien tiefe Schatten, ſchlanke Pinien ragten darüber hinaus, Blumen dufteten und ſüßer Wohlgeruch um⸗


