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Für die Dienerſchaft war in der Wirthsſtube eine Lagerſtätte hergerichtet, Haidee und Mirja bekamen ihre Ruheſtätte in einem großen ſaalartigen Raume angewieſen, wo auch die weibliche Diener⸗ ſchaft und der kleine Edmond übernachteten. Albert fiel ein Bett in einem kleinen Gemache zu, welches an ein größeres ſtieß das einen Balkon hatte und wo für Monte Chriſto ein Bett bereitet war.— In dem kleinen Vorſaal, in welchem dieſe drei Gemächer mündeten, ſchlief der treue Neger, den blanken Säbel in der Hand, die ſchuß⸗ fertigen Piſtolen neben ſich, um nock im Schlafe für die Sicherheit des theuern Herrn und der holden Gebieterin zu wachen.
Monte Chriſto war ernſt geſtimmt und fühlte noch kein Bedürf⸗ niß nach Ruhe, deshalb blieb er noch einige Zeit mit Albert im Ge⸗ ſpräch beiſammen, und als dieſer ſich endlich zur Ruhe begeben, rief er Bertuccio, um mit ihm nochmals von dem angeblichen Salicetti und dem Ueberfall, zu ſprechen.— Er konnte ſich immer noch nicht beſinnen, je einen Mann dieſes Namens gekannt zu haben, noch we⸗ niger aber mit demſelben in Berührung gekommen zu ſein. Ganz dos Nämliche war bei Bertuccio der Fall, auch er konnte ſeinem Herrn keine weitere Auffklärung geben, als er ſchon gethan hatte.
„Italien bietet mir einen unfreundlichen Gruß,“ ſagte Monte Chriſto,„und es iſt nicht mehr Alles ſo wie ſonſt. Es ſind Feinde gegen mich aufgetaucht, die ich nicht kenne, die ich alſo erſt entdecken muß, ehe ich ſie bekämpfen kann.— Du wirſt alſo auch das Deine thun, Meiſter Bertuccio, dieſe Gegner aufzuſpüren.“
„Gewiß, Herr Graf,“ verſicherte Bertuccio.
„Vor allen Dingen liegt mir daran, dieſen angeblichen Salicetti kernen zu lernen.“
„Mir nicht minder. Ihn zu finden, ſoll mein Hauptbeſtreben ſein, und Vampa, der nie vergißt, wird dabei das Seine thun.“
„Dann macht mir noch Etwas Sorge. Das Gerücht, Monte Chriſto ſei ein Seeräuber, ſcheint durch ganz Italien vom Süden bis zum Norden verbreitet zu ſein, wenigſtens hörte ich überall davon ſprechen.— Wir müſſen dem Betrüger auf die Spur kommen, der ſich meines Namens zu Verbrechen bedient und mich ſelbſt dadurch vor den Augen der Welt zum Verbrecher ſtempelt.“
„Dieſes dürfte ſchwer halten.“ 17*


