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„Pah,“ ſagte der Eine,„haben wir Dir nicht ſchon unſer Wort gegeben? Du ſcheinſt uns wenig zu trauen, da Du wieder und wieder Verſprechungen und Schwüre von uns verlangſt.“
„Ich aber verlange nochmals den Schwur und zwar auf dieſen Talisman,“ antwortete Benedetto ſehr ernſt.—
Er zog zugleich das Käſtchen aus dem Buſen, öffnete es und zeigte den Banditen die vertrocknete Hand des Todten.
Wie immer, ſo zeigte ſich auch hier der Charakter des römiſchen Banditen. So tollkühn, verwegen, nichts achtend, es mag ſein was es wolle, er iſt, wenn es um einfache Ausführung ſeines verwerflichen und nur zu oft blutigen Handwerks ſich handelt, ſo leicht in Scheu gehalten, ja in Schrecken geſetzt, ſo zaghaft, ſelbſt feige iſt er auch
wieder, wenn man ſeinen Aberglauben mit in das Spiel bringt.
Die Männer hatten ſchon von Lippi halb und halb erfahren, daß der Geronimo Salicetti, wie ſich Benedetto vor ihnen noch nannte, einen mächtigen Talisman beſitze, der ihm jedes Unternehmen gelingen mache; ſie hatten theils gezweifelt, theils nur halb geglaubt, jetzt aber ſahen ſie dieſen ſchauerlichen Talisman ſelbſt und fuhren entſetzt zu⸗ rück. Nun bedurfte es bei den eingeſchüchterten Leuten auch nur weniger Worte, um ſie Allem fügſam zu machen, und ſie leiſteten den verlangten Eid.
Benedetto war befriedigt und eilte mit ſeinen Genoſſen nach der ſchon vorher ausgewählten Stelle, wo zwiſchen gewaltigen aufſteigen⸗ den Felsmaſſen der verengerte Weg ſich mühſam durchwand und Steintrümmer wie niedriges Gebüſch zu beiden Seiten das Verbergen der Männer begünſtigte.
Hier vertheilten Benedetto und Lippi die Rollen an ihre Gefähr⸗ ten und dieſe legten ſich dicht an der Straße im Hinterhalt. Bene⸗ detto und Lippi blieben zuſammen unter einer Baumgruppe, und Erſterer behielt ſich vor, das Zeichen zum Losbruch zu geben.
Stunden vergingen. Die Zeit hatte für Benedetto's Ungeduld Bleigewichte an den Schwingen und er ſprach manches Mal die Be⸗ fürchtung aus, der Erwartete habe entweder unterwegs ſein Nacht⸗ quartier aufgeſchlagen oder einen anderen Weg gewählt. Lippi hin⸗ gegen ſchob Alles auf die Pferde, bei denen ſeine Pillen gewirkt haben mußten und die wohl noch ſchwerer zu erſetzen geweſen ſein würden, als er erſt geglaubt. Er wußte viele Erzählungen von Monte Chriſto,


