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„Biſt Du Luigi Vampa, das Haupt der freien Söhne der Ka⸗ takomben?“ fragte Benedetto.
Vampa bejahte dieſe Frage und wiederholte dann die ſeine nach dem Begehr des Fremden.
„Kennſt Du dieſes Zeichen?“ fragte Benedetto, indem er Vampa das dem Courier abgenommene Blatt mit dem rothen Stempel und den verſchlungenen Zügen reichte.
Vampa nahm das Bäutt, ließ das Licht ſeiner Laterne darauf fallen und prüfte jedes Wort genau, dabei oft den Ueberbringer mit aufmerkſamem Blicke muſternd.— Endlich ſchien er von der Prüfung vollſtändig befriedigt, er faltete das Blatt zuſammen und gab es Benedetto zurück.
„Du kommſt von Monte Chriſto?“ fragte er.
„Nicht von ihm ſelbſt,“ entgegnete Benedetto,„aber er ſchickte mir, ſeinem guten Bekannten, von Paris her dieſes Blatt.“
„Wo iſt der Graf jetzt?“
„Er weilt fern von hier, am Ufer des Nils, wird aber in nicht langer Zeit wieder an dem Strande der Tiber wandeln.“
„Ich weiß es.— Dieſes Blatt macht Dich zum Herrn meiner
Dienſte, und wie mir Lippi ſagte, machſt Du Anſpruch auf dieſelben.“
„Nicht ich mache Anſpruch, ſondern der Graf Monte Chriſto durch meinen Mund.“
Vampa neigte ſich leicht und fragte dann, um was es ſich han⸗ dele, von welcher Art die Dienſte wären, welche Monte Chriſto ver⸗ lange, wobei er zugleich verſicherte, daß er gern jedem Befehle des Grafen gehorchen wolle, wenn er nicht unmögliche Dinge von ihm verlange.
Benedetto erzählte nun, er habe Auftrag, für den Grafen Monte Chriſto einen Act der Strafe zu vollziehen. Jemand, dem er eine Züchtigung, und zwar eine ſchwere, zugedacht, werde in wenig Tagen durch das Gebirge reiſen, er, Benedetto, habe Befehl, dieſe Perſon aufzuheben und nach einem ſicheren Orte in Gewahrſam zu bringen, wo er ihn bewachen ſolle, bis der Graf ſelbſt erſcheine; die ihm zugeſen⸗ dete Vollmacht ſolle dienen, von Luigi Vampa ſich einige entſchloſſene Männer geben zu laſſen, ihn bei dem Unternehmen zu unterſtützen.
Vampa forſchte darauf nach dem Namen der betreffenden Perſon, welcher dieſer Streich gelten ſollte.
Die Hand des Todten. 2 16


