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„Iſt er wirklich ſo reich?“
„Unmenſchlich, und Niemand weiß, wo er es her hat.“
„Es wird Euch doch nicht verboten ſein, den Namen dieſes Mannes zu nennen?“
„Hm, wer weiß, er mag auch ſeine Launen haben.“
„Nun vielleicht weiß ich ſeinen Namen:— Monte Chriſto.“
„Hm, will es nicht beſtreiten,“ brummte der Mann und drehte ſich um, um vor dem ewigen Frager endlich Ruhe zu haben.
Benedetto fühlte bei Beſtätigung ſeiner nur auf's Geradewohl hingeworfenen Frage ein leichtes Beben durch ſeine Glieder zittern; es war der grauſig wonnige Schauer der Racheluſt, die bald zu be⸗ friedigen ſich jetzt Ausſicht zeigte.— Er wollte noch einige Fragen
ſtellen, den Aufenthalt des Grafen zu erfahren, doch der Courier,
vielleicht ſchon verdrießlich, daß er bereits ſo viel ausgeplaudert, ſchien entſchloſſen, kein Wort mehr darüber zu ſagen und beantwortete Benedetto's weitere Verſuche, eine Unterhaltung mit ihm anzuknüpfen, entweder mit Knurren und Brummen oder ſchlaftrunkenem Gähnen.
Benedetto konnte dieſes aber nicht weiter kümmern; er wußte genug. Er wußte, daß der Courier Briefe bei ſich führte, und da war zu hoffen, daß dieſe Briefe über Alles, was er wiſſen wollte, Auskunft gaben, deshalb ſtand in ihm auch der Entſchluß feſt, ſich dieſer Briefe um jeden Preis zu bemächtigen.
In der Oſteria war der beabſichtigte Streich nicht gut auszu⸗ führen, da der Wirth immer ab⸗ und zuging, und da der Courier zwar die Augen zu hatte, aber augenſcheinlich nicht ſchlief, ſo konnte Benedetto trotz ſeiner Gewandtheit in ſolchen Geſchäften nicht an ihn kommen.
Benedetto flüſterte ſeinem Begleiter einige Worte zu, worauf Beide ſich erhoben und die Veranda verlaſſend, nachläſſig auf der Straße fortſchlenderten.
Nach einiger Zeit erhob ſich der Courier, bezahlte ſeine Zeche und ging nach dem Pferde, ſeine Reiſe fortzuſetzen. Das Pferd war offenbar müde zum Hinſtürzen, weshalb der Mann den Wirth fragte, ob er ein friſches Thier erhalten könne.— Das war nicht der Fall, und er mußte alſo das müde Roß wieder beſteigen und ſich mit langſamem Schritte begnügen.


