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„ Ich ſuche einen aus dem Bagno entſprungenen Galeerenſträfling, welcher ſich Benedetto nennt,“ ſagte der Commiſſar ruhig.„Ohne Zweifel iſt es der junge Herr hier, wenigſtens glaubte ich ihn zu erkennen.“
„Hölle und Teufel,“ knirſchte Benedetto.
„Monte Chriſto!“ ſtöhnte Villefort, der ſich von dem Gedanken nicht trennen konnte, daß jeder ihn treffende Schlag von dem Grafen kommen müſſe.
„Nein,“ rief eine wilde Stimme,„nicht Monte Chriſto, ſondern ich führte dieſe Leute herbei!“
Ein Mann drängte ſich heran und Benedetto erblaßte vor Wuth und Schrecken, denn er erkannte Pierre, in deſſen Geſellſchaft er aus dem Bagno entſprungen war und den er heimlich in der Nacht verlaſſen.
„Es iſt Benedetto!“ rief Pierre wieder, und dann zu Benedetto gewendet, fuhr erfort:„Du haſt mir ein ſo ſchönes Kameradenſtückchen gezeigt, daß ich Dir es nothwendig erwidern mußte. So habe ich mich denn nach Paris durchgeſchlagen, und da ich wußte, wo ich Dich hier ungefähr finden könnte, ſuchte ich Deine Spuren auf, und als ich dieſe gefnnden, hatte ich nichts Eiligeres zu thun, als Anzeige zu machen, und dieſe Herren werden ohne Zweifel dafür ſorgen, daß Du nicht wieder aus dem Bagno entkommſt.“
Auf einen Wink des Commiſſaes ward Benedetto feſtgehalten und mußte ſich zähneknirſchend fügen. Villefort ſchaute ſtarren Auges auf Benedetto.
„Monte Chriſto!“ murmelte er mit halberſtickter Stimme.
„Führt den Gefangenen ab!“ befahl der Commiſſar.
„Mein Sohn, mein Sohn,“ ſchrie da Villefort auf,„gedenke Deines Schwures!“
„Sei ohne Sorge, Vater,“ entgegnete Benedetto,„ich vergeſſe nicht, was ich gelobt, und alle die Ketten der hochweiſen Gerechtigkeit ſollen mich an der Erfüllung meines Gelübdes nicht hindern. Dieſer Teufel Monte Chriſto ſoll in tauſend Oualen zu meinen Füßen liegen.“
„Der Kerl iſt verrückt,“ lachte Pierre dazwiſchen,„oder er hat trotz ſeiner Erfahrung den Bagno ſo wenig ſtudirt, daß er nicht weiß, was man mit Entſprungenen macht und daß es auch Gulllotinen giebt.“ „Guillotine!“ murmelte Benedetto erbleichend.


