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Wochen lag ich an der Wunde; als ich ſpäter endlich geneſen war und nach dem Grabe des Kindes ſah, fand ich es umgewühlt. Ohne Zweifel hatte jener Mörder mich bei meiner Arbeit belauſcht und ge⸗ glaubt, ich hätte Schätze vergraben, deren er ſich bemächtigen wollte.“
„Hier irren Sie, Vater,“ unterbrach Benedetto die Erzählung; „o, nicht Raubſucht, ſondern Rachſucht verſetzte Ihnen den Streich.— Sie hatten einen Anhänger Napoleons, einen Corſen, verurtheilen und hinrichten laſſen, worauf deſſen Bruder Bertuccio Ihnen auflauerte, die Blutrache auszuführen. Er öffnete das Käſtchen, welches er aller⸗ dings im Wahn, es wären Schätze in demſelben, wieder ausgegraben; aber der Schatz war ich, gewiß ein werthvoller Fund!— Der gute Bertuccio belebte mich wieder, übergab ſmich dem Findelhauſe, von dem er mich ſpäter nach ſeiner Heimath Corſica bringen und daſelbſt erziehen ließ. Ich habe ihn für meinen Onkel gehalten, bis mir es klar wurde, daß Herr Bertuccio mit dem Hauſe Villefort in keiner Weiſe verwandt ſein könne.“
„Was wollte dieſer angebliche Onkel aus Dir machen?“ fragte Villefort.,
„Nun, das, was ich heute bin, allerdings nicht, aber immerhin ſo gar Beſonderes nicht,“ erwiderte Benedetto leichtſinnig,„Bertuccio war oder iſt vielleicht noch ein gewandter Schleichhändler, der, als er einzuſehen begann, daß ich zu keiner ruhigen Lebensweiſe Geſchick hatte, mich ebenfalls zum Schleichhändler beſtimmte; allein ſo dumm war ich nicht, mich in dieſen gefährlichen Handel zu miſchen, ich verfolgte mit einigen Kameraden einen eigenen Weg, mit deſſen genauerer Bezeichnung ich Sie nicht langweilen will, Vater, ſo daß ich nur zu ſagen brauche, daß dieſer Weg in dem Bagno von Toulon endete.“
Villefort ſeufzte und wagte den leichtſinnigen, ſchwatzenden, jungen Menſchen kaum anzuſehen.
„In Toulon befreite mich dann ein närriſcher Engländer, Lord Willmore, und ich kam nach mancherlei Abenteuern nach Paris, wo ich als Prinz Cavalcanti auftrat, indem mich ein alter Spieler bewog, die Rolle ſeines Sohnes zu ſpielen. Ich wurde bei dem Grafen Monte Chriſto eingeführt, durch dieſen mit der ſchönen Eugenie Dang⸗ lars bekannt und ermuthigt, bei dem reichen Banquier um die Tochter zu werben. Ich hatte wundervollen Erfolg, daß Sie wohl Urſache haben könnten, auf Ihren Sohn ſtolz zu ſein. Der Banquier willigte


