Teil eines Werkes 
1. Th. (1870)
Entstehung
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O, meinen Geburtstag kenne ich ſehr gut, aber eine Feier des⸗ ſelben habe ich noch nie erlebt, ſagte Benedetto mit bitterem Lächeln.

Und ich habe lange Jahre Alles gethan, um die Erinnerung an dieſen Geburtstag zu verwiſchen, entgegnete Villefort und ſprach dann weiter:Ich mußte dieſe Geburt für eine meiner größten Un⸗ glücksfälle, die mich treffen konnten, betrachten und Alles kam nur darauf an, das Geheimniß den Augen der Welt zu entziehen, es zu vernichten, ehe es ſein geſpenſtiges Haupt erheben konnte. Die Fa⸗ milie der Dame war angeſehen und ſtand in vielfacher einflußreicher Beziehung; dieſer Fall mußte ihre Rache erwecken, und dann konnte es ihr leicht werden, mich von meiner ſchon erklimmten Höhe zu ſtürzen und meine ganze Laufbahn für immer zu vernichten. Man weiß ja auch, wie ſchonungslos die Welt in ſollen Fällen handelt. Um meiner glänzenden Laufbahn nicht zu ſchaden und den Ruf der Dame in den Augen der Welt unbefleckt zu erhalten, hatten wir ſchon vorher beſchloſſen, das Geheimniß mit dem Leben der Frucht unſerer trauten Zuſammenkünfte zu vernichten.

Und meine Mutter gab das zu? fragte Benedetto.Ich habe immer gehört, daß es um Mutterliebe eine gar eigene Sache ſein ſoll.

Sie gab es nicht nur zu, ſondern drang ſelbſt mit Eifer darauf, das Zeugniß ihres Falles für immer von der Erde verſchwinden zu laſſen.

Ah, eine zärtliche Mutter, ich möchte ſie wohl kennen!

Du wirſt ſie ſeiner Zeit kennen lernen, ich glaube es wenig⸗ ſtens. Doch laß mich fortfahren. Als das Kind geboren war, ſchlang ich die Nabelſchnur um ſeinen Hals und erdroſſelte es, oder

beſſer geſagt, ich glaubte wenigſtens, es erdroſſelt zu haben, dann legte ich es in ein ſchon bereit gehaltenes Kofferchen, bedeckte es mit einer Serviette, nahm dann das Käſtchen unter den Arm und eilte hinab in den Garten, wo ich bereits ein Grabſcheit zurecht gelegt hatte, mit welchem ich unter einem Baum ein Loch grub und das Käſtchen hinein verſenkte.

Da traf mich der Mordſtahl irgend eines raubſüchtigen Menſchen und warf mich zu Boden. Ich ſtürzte zu Boden und ſchleppte mich mit Mühe bis an den Eingang des Hauſes, wo ich blutend zuſammen⸗ ſank, in ein Zimmer geſchafft und verbunden wurde. Ich gab an,

in einem Duell verwundet worden zu ſein, man glaubte es. Sechs

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