Teil eines Werkes 
1. Th. (1870)
Entstehung
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rächt, der uns niedergeſchmettert durch einen Blitzſtrahl, der wie aus heiterer Luſt auf uns herabfiel. Du warſt in ſeiner Hand ein Werk⸗ zeug, das mich auf den Tod verwundet hat, nun aber will ich dieſe Waffe gegen ihn ſelbſt wenden. Von dieſem Gedanken lebhaft erregt, war mein Geiſt nur von Dir eingenommen, ich ſehnte mich nach Dir, ich rief Dich herbei, und wer weiß, ob damit die Erſchei⸗ nung, die Du gehabt haben willſt, nicht zuſammenhängt. Es giebt geheimnißvolle Dinge in der Natur, die wir nicht enträthſeln und ob wir alle unſere Geiſteskräfte aufbieten. Der Menſchengeiſt iſt groß, unendlich groß und umfaſſend, und dennoch giebt es unzählige Ge⸗ heimniſſe, die für ihn ſtets ein unauflösliches Räthſel bleiben, ein dichter Schleier iſt über dieſelben gedeckt, und des Menſchen Hand, die verwegen ſich vermißt, Sterne vom Himmel reißen und ſie in Atome zergliedern zu wollen, iſt doch zu ſchwach, dieſen Schleier zu lüften. Wäre es nicht möglich, daß, während mein Körper in todtenähnlichem Schlaf umfangen lag, mein zweites, nur von dem einen Gedanken durchdrungenes Ich zu Dir hinüberſchwebte in Deinen Kerker, Dir ein Bote meiner Sehnſucht zu ſein?

Das könnte mich zu dem Glauben verleiten, daß das, was ich zu den Zeiten ſelbſt nur für eine Sinnestäuſchung, für eine Ausge⸗ burt meiner Phantaſie hielt, doch einen Schimmer von Wirklichkeit hatte, antwortete Benedetto.Dieſes räthelhafte Gebilde rief mich alſo wirklich zur Erfüllung einer Miſſion auf?

Ja erwiderte Villefort,und ich habe Dir bereits geſagt, wo⸗ raus dieſe Miſſion beſteht: Du ſollſt mich, Deine Geſchwiſter, Dich ſelbſt an dem Todfeinde rächen, deſſen Opfer wir Alle ſind.

Was aber habe ich eigentlich zu rächen? fragte Benedetto.

Ach, um Dir Alles zu erklären, reicht heute meine Kraft nicht mehr aus, ſeufzte Villefort.Ich fühle mich jetzt ſchon erſchöpft. Laß mich jetzt ruhen und ruhe ſelbſt aus, höre aber zugleich meine Warnung: Laß Niemanden errathen, wer Du eigentlich biſt, und zeige Dich überhaupt ſo wenig als möglich.

Er klingelte und befahl dem eintretenden Diener, Benedetto ein bequemes Zimmer anzuweiſen und zugleich die ſtrengſte Verſchwiegen⸗ heit über deſſen Anweſenheit in ſeinem Hotel zu beobachten. Der Diener ſchaute ſeinen Herrn verwundert an, verſprach aber, did erhaltene Weiſung auf das Gewiſſenhafteſte zu erfüllen und führte

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