Teil eines Werkes 
1. Th. (1870)
Entstehung
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Du biſt dem Bagno entſprungen? fragte er.

Ja, mein Vater. Sie ſelbſt riefen mich nach Paris, allnächtlich trat Ihre Geſtalt vor mich und winkte mir, ſie ſchien mir Vorwürfe zu machen, daß ich ſo lange zögerte, und da eilte ich, dem Rufe zu gehorchen.

Meine Geſtalt wäre Dir erſchienen?

Ja, Vater, faſt jede Nacht ſah ich Sie auf mich zuſchreiten, erſt ſeltener, dann immer häufiger.

Sonderbar, auch ich habe die letzte Zeit immer häufiger an Dich gedacht, Dich herbei geſehnt, ſo ſchrecklich mir auch ſonſt Deine Gegenwart iſt.

Schrecklich, Vater?

Ja, ſchrecklich, daß Dein Mund mich Vater nennt, fuhr Ville⸗ fort in lebhafteſter Erregung fort;ſchrecklich, wie ein vom Tode Auf⸗ erſtandener dem Lebenden ſein muß, um ſo ſchrecklicher, als es mich erinnert, daß ich ein Verbrecher bin.

Er ſchwieg erſchöpft, ſprach indeß nach einer Pauſe voll Bitter⸗

keit weiter:

Ich bin ein Verbrecher gleich Dir, und das hebt die Sache gegenſeitig auf, ich, der Schuldbewußte, kann Dir keine Vorwürfe machen, Du, der Schuldige, mir nicht. Mein Leben iſt vernichtet, das Deine nicht minder, wir würden nie zuſammen in Berührung gekommen ſein, wenn nicht eine geheimnißvolle Gewalt uns einander gegenüber geſtellt und das Erkennen berbeigeführt. Soll ich darin die Hand der Vorſehung erkennen? Wäre das, gegen dieſe könnte ich nichts! War es die Hand eines Todfeindes? Ich bin deſſen nicht nur überzeugt, ſondern auch gewiß, und da iſt immer noch nicht die Hoffnung verloren, dieſem Todfeinde gegenüber das Wiedervergel⸗ tungsrecht zu üben und ihn für ſeine Verwegenheit, die Hand der Vorſehung ſpielen zu wollen, empfindlich zu züchtigen. Dieſes wäre Dein Werk, Benedetto, denn Du biſt jung und voll Kraft, und haſt, wie ich leider zugeben muß, eine Schule durchgemacht, welche Dich für ſolch' eine Aufgabe wohl befähigte.

Mich, Vater? fragte Benedetto.

Ja, Dich, Benedetto, ſprach Villefort weiter.Lebhaft habe ich mich ſchon mit dem Gedanken beſchäftigt, daß Du das paſſende Werkzeug wäreſt, welches mich und meine Familie an dem Todfeind

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