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„Ich will ihn aber nicht ſehen, ehe ich nicht weiß, wer und was
er iſt,“ beharrte Villefort.
Der Diener wendete ſich, um dieſen neuen Beſcheid dem Fremden zu überbringen; in dieſem Augenblick knarrte die Thüre und der An⸗ gemeldete erſchien bereits ſelbſt auf der Schwelle. Es war ein junger, in höchſter Eleganz gekleideter Mann.
„Da iſt er ſchon!“ rief der Diener.„Mein Herr, wie können Sie es wagen...“
Bei dieſem Ruf wendete Villefort ſeine Augen dorthin und ſtarrte den Beſucher an, als ſehe er einen Geiſt.
Der Diener, aufgebracht über das kecke Eindringen des Fremden, ſchritt auf ihn zu, ihn wieder hinaus zu drängen.
„Mein Sohn,“ rief da Villefort plötzlich, ſeine Arme ausſtreckend.
„Ja, Vater, ich bin es, Du haſt mich gerufen!“ entgegnete der Eingetretene, indem er auf Villefort zueilte und vor ihm niederſank.
Der Diener ſtand überraſcht und ſchaute mit großen Augen auf die Gruppe, entfernte ſich aber alsbald auf einen Wink ſeines Herrn.
Lange Zeit betrachtete Villefort den jungen Mann, ohne ein Wort zu ſprechen, und ſein Geſicht nahm dabei einen ſonderbaren Ausdruck an, von dem man nicht wußte, ob er Abſcheu, Widerwillen oder Zärtlichkeit ausdrücken ſollte. Auch der Beſucher ſchwieg und ſchien die Anrede des Kranken zu erwarten.
Dieſer Beſucher aber war Andrea Benedetto, der aus Breſt ent⸗ ſprungene Galeerenſträfling.
„Biſt Du es wirklich, Benedetto?“ fragte Villefort.„Wie iſt es möglich, daß ich Dich ſehe?— Man ſagte mir doch, Du ſeieſt auf Lebenszeit in den Bagno gebracht.“
„Dem iſt auch ſo,“ erwiderte Benedetto,„und ſonderbar kommt mir es ſelbſt vor, daß man mein Haupt nicht unter die Gutlllotine legte.— Indeß gab dieſes nur den Beweis, daß ich zu etwas Grö⸗ ßerem aufbewahrt bleibe, und ich habe meinem Schickſal kräftig in die Hände gearbeitet, damit ſeine gute Abſicht mit mir nicht verei⸗ telt werde.“
Der leichte, frivole Ton, mit welchem dieſe Worte geſprochen wurden, ſchien Villefort im erſten Augenblick unangenehm zu berühren, faſt ſtreng blickte er den Sprechenden an; aber bald gewann ſein Blick einen andern Ausdruck, er wurde düſter glühend.
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