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„Wirklich,“ ſagte Villefort mit einem kurzen Aufflammen des
alten Stolzes.„Man will mir in meinem eigenen Hauſe Geſetze
vorſchreiben. Sonſt wagte man dies freilich nicht.“
Ein bitteres Lächeln umzuckte ſeinen Mund, aber ſogleich ſank er auch in ſeine gebrochene Stellung zurück und ſtarrte mit erloſchenem Blick vor ſich hin.
Der Diener ſtand ſchweigend und betrachtete voll Mitleid ſeinen unglücklichen Herrn, ohne es zu wagen, deſſen trübes Sinnen durch ein Wort zu unterbrechen.
„Wie nennt ſich der Fremde?“ fragte endlich Villefort.
„Er weigerte ſich, mir ſeinen Namen zu ſagen,“ anwortete der Diener.
„Gut,“ entſchied der Kranke,„dann ſage ihm: Unbekannte em⸗ pfange ich am wenigſten; will er mich ſprechen, ſo möge er ſeinen Namen und den Zweck ſeines Beſuches nennen.“
Der Diener ging mit dieſem Beſcheid.
„Unglücklicher Villefort,“ ſeufzte der Kranke, als er allein war. „Jeder ſcheint ſich jetzt das Recht herauszunehmen, ſich zu Dir zu drängen, vielleicht, um ſich an Deinen Leiden zu weiden.— Ich wünſche ja nichts mehr, als kein anderes Menſchenantlitz zu ſehen, wie das meines Dieners; denn in jedem freiden Geſicht muß ich ja erwarten, daß ein neuer Todfeind mir gegenüber tritt.— Ach, könnte ich mich vor aller Welt verbergen!“
Der Diener erſchien wieder, meldend, der Fremde weigerte ſich fortwährend, ſeinen Namen zu nennen, verlange aber beſtimmt, vor⸗ gelaſſen zu werden, dann werde das Auge des Herrn von Villefort ihn ohne Schwierigkeit erkennen, denn er ſelbſt habe ihn gerufen und er erſcheine, dieſem Rufe gehorſam.
„Ich ſollte ihn gerufen haben?“ fragte Villefort.„Ich weiß davon nichts.“
„Aber er behauptet es und ſagt, aus dieſem Grunde ſei die Nennung ſeines Namens ganz unnöthig.“
„Hat Einer von Euch ihn vielleicht in meinem Namen gerufen?— In dieſem Fall müßt Ihr wiſſen, wer er iſt.“
„Niemand hat ſo etwas gewagt.“ „Iſt er alt oder jung?“ „Noch ſehr jung und elegant.“


