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Dieſen Mann ſollte er auf Tod und Leben anklagen, aber da
machte er die furchtbare Entdeckung, daß er ſeinem eigenen Sohne gegenüber ſtand, der Frucht einer ſtrafbaren Verbindung, die er längſt unter der Erde glaubte. Da ſtand er nun ſelbſt als Angeklagter, ſein Name war in den Augen der Welt geſchändet, vernichtet, und dieſen furchtbaren Schlag konnte er nicht ertragen, der Wahnſinn umnachtete ſeinen Geiſt, und lange Zeit war es ſein Geſchäft geweſen, die Erde an der Stelle umzuwühlen, wo er geglaubt hatte, mit eigener Hand den Sohn vergraben zu haben, der ihm jetzt auf ſo ſchreckliche Weiſe gegenüber getreten war.
Dieſer Wahnſinn war ſeine Rettung geweſen vor der Strenge des Geſetzes, denn man konnte ihn nun nicht unter Anklage ſtellen. So hatte man ſich damit begnügt, ſein Vermögen zu ſequeſtriren und ihm nur ſo viel zu laſſen, daß er anſtändig auskommen und in ſeinem traurigen Seelenzuſtande keinen Entbehrungen unterworfen war.
Mit der Zeit war es zwar den angeſtrengten Bemühungen der Aerzte gelungen, den Wahnſinn ſo weit zu heben, daß er nur noch ſelten zurückkehrte, aber die wieder erwachte Klarheit des Geiſtes war für den zerſchmetterten Mann keine Wohlthat, ſie zeigte nur den Ab⸗ grund des Unglücks, in welchem er geſtürzt war, und er mußte ſich mit Entſetzen geſtehen, ſelbſt durch frühere Thaten dieſes Unheil mit herauf beſchworen zu haben. Da ſchwand ſeine Lebenskraft mit jedem Tage mehr und die Aerzte ſahen, daß der Unglückliche nur noch kurze Zeit zu leben haben würde. Selbſt die rieſigſte Kraft hätte dieſen ſchnell auf einander folgenden Schlägen des Schickſals unterliegen müſſen.
So ſaß Villefort jetzt in ſeinem weichen Lehnſtuhl, das Haupt geſenkt, die gefalteten Hände ſchlaff in den Schooß geſunken. Nie⸗ mand hätte in dieſem zuſammengebrochenen Mann mit den bleichen verfallenen Geſichtszügen, den gebleichten Haaren, den einſt ſo ſtatt⸗ lichen, ſtolzen Herrn von Villefort erkannt.
Ein Diener trat mit leiſen Schritten ein und meldete einen Fremden, der durchaus Zutritt verlange und ſich nicht wolle abweiſen laſſen.
„Ich empfange jetzt Niemand mehr,“ ſagte Villefort.
„Das habe ich ihm bereits geſagt, doch will er nicht weichen,“ entgegnete der Diener.
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