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und nicht ohne Grund habe ich es endlich dahin gebracht, daß man mich aus dem großen Schlafſaal der Gefangenen mit einem Leidens⸗ hruder in eine beſondere Zelle brachte.— Ich habe das Innere des Bagno ſtudirt und alle Möglichkeiten einer Flucht erwogen, und ich denke, es wird, es muß gelingen.— Willſt Du helfen?“
„Schöne Frage, wenn es ſich um Freiheit handelt, greift man mit beiden Händen zu.— Wie iſt Dein Plan?“
„Wir haben zwei Pläne zu bedenken, Pierre, einen ungefähr⸗ lichen und einen gefährlichen.— Der erſte iſt, daß wir den Gefäng⸗ nißwärter, der uns zu beſorgen hat, zu gewinnen ſuchen, damit er uns durchhilft.“
„Dazu gehört Geld, viel Geld, denn ſolch' ein Kettenhund verlangt ſchon einen fetten Biſſen, ſoll er geködert werden. Haſt Du Geld?“
„Davon nachher.— Gelingt dieſes nicht, ſo müſſen wir uns durch Gewalt und Liſt zu befreien ſuchen. Wir entledigen uns der Ketten, brechen durch die Thüre und dann handeln wir, wie es die Umſtände verlangen. Ich habe das Gebäude ſo genau ſtudirt als möglich, und denke, es wird gelingen.“
„Aber dazu gehören Werkzeuge. Haſt Du dergleichen, Benedetto?“
„Man ſollte Dir den geübten Practiker gar nicht anſehen, Pierre. Haſt Du noch nicht gehört, daß man mit einem ausgezogenen Nagel ſchon Wunderdinge thun kann?— Und weißt Du nicht, daß ein kluger Mann immer auf alle Fälle ſich gefaßt macht?“
Bei dieſen Worten nahm er ſeinen Schuh auf und zog eine feine diamantharte Feile aus demſelben, ſowie eine ſchmale Meſſer⸗ klinge; beide Werkzeuge ließ er dann im Mondlicht vor den Augen Pierre's leuchten.
„Ah,“ ſagte Pierre,„das iſt gut und ich kann da meinen Bei⸗ trag liefern.“
Er brachte eine feine zur Säge umgeformte Uhrfeder hervor.
„Bravo,“ rief Benedetto,„dieſe Werkzeuge machen uns zum Herrn unſeres Schickſals.“
„Aber wie es mit dem Gelde?“ fragte Pierre wieder.„Du ſprachſt vom Beſtechen des Gefängnißwärters.— So einfältig wirſt Du nicht ſein, zu glauben, daß auf bloße Verſprechungen hin Je⸗ mand uns zur Freiheit verhilft; durch handgreifliche Beweiſe muß


