n, und twache
5
mit einem Liede vertreiben. O, es hört ſich gar herrlich an, wenn ſolche Vögel in Freiheit ſingen und man in dieſem verfluchten Käfig eingeſperrt iſt, mit einem halben Centner Blei an den Beinen.— Da ſchlafe ich lieber, als das Geplärr anzuhören.“
„Nein, nein, es iſt des Vaters Stimme, der mich ruft!“
„Du wirſt mich mit Deinem Geſchwätz noch rein toll machen,“ fuhr da Pierre ungeduldig auf.„Willſt Du etwa ein Paar Püffe in die Rippen haben, die Dir Deine fünf Sinne zurecht ſetzen?— Mach es lieber wie ich, und ſchlafe.“
Damit legte er ſich brummend auf die Seite.
„Schlafen, ſchlafen,“ murmelte Benedetto.„Nein, ich kann es nicht. Immer wieder ſehe ich des Vaters Bild, wie er mir Etwas ſagen will.“
„Schweig,“ murrte Pierre, ſchon wieder halb im Schlafe.
Es entſtand eine Pauſe, während der ſich Benedetto unruhig auf ſeinem Lager hin und her bewegte.
„Pierre,“ begann er dann plötzlich wieder.
„Zum Satan, was giebt es ſchon wieder? rief der Geſtörte un⸗ muthig.„Laß mich in Ruhe.“*
„Pierre,“ ſagte Benedetto,„ich weiß, daß Du ein Kerl biſt, der Nichts fürchtet und wohl auch Etwas wagt. Kann ich Dir vertrauen?“
„Närriſche Frage,“ brummte der Andere.„Iſt man zuſammen⸗ geſchmiedet, wie wir, ſo ſollte ſich das Vertrauen ſchon finden.“
Nun ſieh,“ ſagte Benedetto,„ich will und muß durchaus zu meinem Vater. Schon mehrere Nächte hindurch habe ich dieſe Er⸗ ſcheinung, und immer iſt es mir, als habe mir mein Vater etwas Wichtiges zu ſagen, was auf mein ganzes Leben entſcheidenden Ein⸗ fluß haben kann. Deshalb iſt mein Entſchluß gefaßt, Alles aufzu⸗ bieten, ihn wieder zu ſehen.“
„Wie willſt Du dies aber durchführen? Die Gerichte werden Deine kindliche Liebe ſchwerlich dadurch belohnen, daß ſie Dich lauit laſſen. Du biſt auf Lebenszeit verurtheilt.“
„Dann laufe ich ſelbſt, ohne die Gerichte zu fragen.— Flucht..
„Aber wie?“
„Du fragſt gar nicht wie ein alter Practikus, der Du doch zu ſein ſcheinſt.— Seit ich hier bin, denke ich daran, mich zu befreien


