Benedetto ſchien dieſe Drohung ſeines Gefährten nur mit halbem Ohr zu hören; ſtarr blieb ſein Auge auf einen Punkt gerichtet.
„Siehſt Du nichts, Pierre?“ fragte er.
„Was ſoll ich ſehen?“ fragte der Andere zurück.
„Dort, dort in der Ecke!— Eine Geſtalt,“ erwiderte Benedetto, indem er auf einen Theil der Mauer zeigte, der von dem einfallenden Mondſtrahl dämmerig erhellt war.
Pierre richtete ſeine Augen dahin.
„Siehſt Du die Geſtalt nicht, die dort ſteht?“ fragte Benedetto weiter.
„Ich ſehe nichts.“
„Reibe Dir den Schlaf aus den Augen und ſieh genau hin.— Sie dort hin!“
„Narr, das iſt der Mond, der ſo gefällig iſt, einmal zur Ab⸗ wechslung bei uns die Stelle der Nachtlampe zu vertreten.“
„Nein, es iſt eine Geſtalt mit bleichen Zügen und irren Augen.“
„Du ſelbſt mußt irre ſein.“
„Kein Gedanke davon, ich weiß, was ich ſehe.“
„Und ich weiß, daß ich nichts ſehe, als den Mondſtrahl auf unſern von Moder tapezirten Wänden, Du aber mußt träumen.“
„Ich wache wie Du.— Sieh' nur das bleiche Geſicht.— O, ich erkenne es, es iſt mein— Vater.“
„Menſch,“ rief Pierre, mit einem Ausdruck des Entſetzens,„haſt Du etwa Deinen Vater erſchlagen, daß Dir ſein Geiſt erſcheint?“
„Nein, nein,“ entgegnete Benedetto,„ſo böſe habe ich es mit ihm nie gemeint, wie er es ehemals mit mir. Kein Haar habe ich ihm gekrümmt.— Aber ſieh nur, er winkt mir, er öffnet den Mund, als wolle er mir Etwas ſagen; er will mir vielleicht ein Geheimniß vertrauen.— O, Du ſiehſt ja, ich kann nicht zu Dir!“
„Schweig, Benedetto,“ rief der Gefährte heftig,„ſonſt machſt Du mich am Ende mit Deinem verrückten Geplauder auch noch ſo furchtſam, daß ich wie Du Geſpenſter ſehe.“
„Hörſt Du nichts?“
„Nun ich ſoll gar hören! Benedetto, Du wirſt unerträglich.“
„Hörſt Du nicht die Stimme, die mich ruft?“ „Ich höre nichts als das Rauſchen des Waſſers im Hafen, und da unten mögen ſich wohl auch ein Paar Matroſen die Nachtwache
—
der N vertra
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