Teil eines Werkes 
1. Th. (1870)
Entstehung
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K

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Erſtes Kapitel. Die Erſcheinung im Kerker der Galeerenſträflinge.

Des Gefang'nen heißes Sehnen Geht allein auf Freiheit nur. Göthe.

Es iſt Nacht, der Mond erhellt mit ſeinem Silberlicht die düſteren Gebäude des Bagno der alten Hafenſtadt Breſt. Finſter, abſchreckend heben ſich die gewaltigen Mauern in die Nachtluft empor, und hinter ihnen verbirgt ſich das Verbrechen und das Elend. Flüche, dämoniſches Lachen, Stöhnen, wilde Verwünſchungen vertreten hier oft die Stelle des Nachtgebetes, denn hier iſt der Abſchaum der Menſchheit eingeſchloſſen, damit er durch ſeine Verbrechen nicht mehr die Ruhe und Sicherheit der Nebenmenſchen gefährde.

Durch das ſchmale, vergitterte Fenſter eines abgeſonderten Kerkers ſiel der Mond mit vollem Licht und verbreitete in dem engen, dumpfigen Raume eine ſchwache Helle, die eben zwei Männer erkennen ließ, die auf einer hölzernen Pritſche lagen und von denen der

Eine ſchlief.

Plötzlich fuhr der Andere wild auf und ſtarrte um ſich, während von ſeinen heftigen Bewegungen die ſchwere Kette mit der daran be⸗ feſtigten Kugel, die ſeinen Fuß umſchloß, klirrte.

Pierre! rief er, ſeinen ſchlafenden Mitgefangenen ſchüttelnd, Pierre, wach auf!

Die Peſt über Dich! fluchte Pierre.Was weckſt Du mich, Benedetto? Iſt es nicht genug, daß man ſich den Tag über ſchinden und placken muß für hartes Brod und Waſſer, ſoll man die Knochen nicht einmal in der Nacht auf dieſer niederträchtig harten Bank aus⸗ ruhen können? Laß mich in Ruhe, oder ſo wahr ich Pierre heiße, ich zerdreſche Dir die Knochen zu Brei.