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wollte, an ſeine Verzweiflung, als er ſich bewältigt fühlte, an die kalte Berührung der Mündung des Karabiners, die wie ein Ring von Eis an ſeine Schläfe gelehnt war.
Gleich den Quellen, die der heiße Sommer ausgetrocknet hat, und die ſich erſt wieder befeuchten, wenn die Herbſtwaſſer ſich häu⸗ fen, um ſich dann Tropfen für Tropfen zu ergießen, ſo fühlte auch Monte⸗Chriſto in ſeinem Herzen, Tropfen für Tropfen jener alten bittern Galle erwachen, von der Edmond Dantes Bruſt ſonſt über⸗ geſtrömt war.
Für ihn war nichts von alle dem Schönen da, in ſeinen Au⸗ gen war der Himmel mit dichtem, ſchwarzem Crepp bezogen, und als er das Schloß If wie einen großen, ſchwarzen, gewaltigen Rieſen vor ſich ſah, zitterte er, als habe er plötzlich das drohende Geſpenſt eines Feindes erblickt.
Man kam an. 3
Inſtinctsmäßig hatte ſich der Graf bis in das Innere der Gondel zurückgezogen.
„Wir ſind gelandet, Herr,“ ſprach der Schiffer.
Der Graf entſann ſich, daß dies dieſelbe Stelle war, an der er einſt gelandet, dieſelbe Rampe, welche ihn die Soldaten mit ihren Bayonnetten hinauf geſtoßen hatten.
Der Weg war Edmond Dantes damals ſehr lang erſchienen,
Monte⸗Chriſto hatte ihn ſehr kurz gefunden, jeder Schlag des Ru⸗ ders hatte mit dem feuchten Staube des Meeres Millionen Erin⸗ nerungen in ſeiner Bruſt erweckt.
Seit der Juli⸗Revolution waren keine Gefangenen auf Schloß If mehr, ein einziger Poſten belebte die Wachſtube, um die Con⸗ trebandiers abzuhalten, ein einziger Schließer empfing die Neugie⸗ rigen am Eingange, um ihnen dieſes Denkmal des Schreckens zu zeigen.
Als der Graf dieſen ihm ſo entſetzlichen Ort betrat, als er die ſchwarzen Treppen hinab ſtieg, als er in die Gefängniſſe geführt
ward, die er zu ſehen verlangt hatte, zitterte ſein ganzer Körper,
und ſein ſchon farbloſes Geſicht nahm eine leichenhafte Bläſſe an. Der Graf erkundigte ſich, ob noch einige alte Schließer und Wächter aus jener Zeit da wären; alle jedoch waren in Ruheſtand verſetzt, oder in andere Aemter eingetreten. Der Wärter, der ihn führte, war erſt ſeit 1830 da. Er kam in ſein eigenes Gefängniß. Das Tageslicht drang noch wie ſonſt trübe durch die hoch lie⸗
genden ſchmalen Oeffnungen, er ſah den Platz, wo ſonſt das Bett
geſtanden, und, zwar vermauert, aber durch die neuen Steine doch noch kenntlich, der Ort, wo Abbé Faria die Oeffnung gehöhlt.
Monte⸗Chriſto's Kniee wankten, er ſetzte ſich auf einen Schemmel.
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