Teil eines Werkes 
6 (1870)
Entstehung
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Fräulein nicht länger zögern werde, ſobald ihre Toilette voll⸗ endet ſei.“ 3.

Danglars machte ein Zeichen der Zufriedenheit. Der Welt, ja ſelbſt ſeinen Leuten gegenüber, ſpielte er den gutmüthigen Mann und ſchwachen Vater; es war ein Theil der Rolle, die er ſich in der volksthümlichen Komödie auferlegt hatte; es war eine Phyſiognomie, die er angenommen hatte, und die ihm convenirte.

Beeilen wir uns jedoch, zu ſagen, daß meiſtentheils der gut⸗ müthige Mann verſchwand, um dem rohen Gatten und ſtrengen Vater Platz zu machen.

„Weshalb, zum Teufel,“ brummte er,„kommt die Närrin

nicht in mein Cabinet, wenn ſie mich ſprechen will, und weßhalb will ſie mich überhaupt ſprechen?“

Endlich ward die Thür geöffnet und Eugenie trat ein. Sie

war in ein ſchwarzes Atlasgewand mit matten Blumen von der⸗ ſelben Farbe gekleidet, ihr Haar war friſirt und ihre zarten Hände mit Handſchuhen bekleidet, kurz ihre ganze Erſcheinung war der Art, als wolle ſie ſich eben in ihre Loge im italieniſchen Theater begeben.

„Nun, Eugenie, was giebts?“ rief der Vater,„und weshalb in dieſen feierlichen Salon, da man ſich in meinem Cabinet ſo wohl befindet?“

„Sie haben Rechd, mein Herr,“ entgegnete Eugenie, ihrem Vater ein Zeichen machend, daß er ſich ſetzen möge,„Ihre zwei Fragen faſſen die ganze Unterredung in ſich, die wir mit einander haben wollen. Da die zweite die weniger complicirte iſt, werde ich

Ihnen dieſelbe ganz gegen das Geſetz der Gewohnheit zuerſt beant⸗

worten. Den Salon habe ich vorgezogen, um dem unangenehmen Eindrucke zu entgehen, den das Cabiner eines Bangiers auf mich macht. Dieſe Kaſſenbücher, ſo vergoldet ſie ſein mögen, dieſe, wie die Thüren einer Feſtung ſorgfältig verſchloſſenen Schränke, dieſe Maſſe Bank⸗Billets und dieſe Unzahl engliſcher, holländiſcher, ſpa⸗ niſcher, indiſcher, chineſiſcher, peruaniſcher Briefe, üben im Allge⸗ meinen einen fremdartigen Einfluß auf den Geiſt eines Vaters aus, und laſſen ihn ganz vergeſſen, daß es größere und heiligere Intereſſen in der Welt giebt, als die ſociale Stellung und die Meinung ſeiner Geſchäftsfreunde. Ich habe den Salon gewählt,

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