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„O Sie ermuthigen mich, und mein Herz ſagt mir, ich dürfe kein Geheimniß vor Ihnen haben.“
„Sie haben Recht, Morrel, durch Ihr Herz ſpricht Gott; ſagen Sie mir, was Ihr Herz Ihnen eingiebt.“
„Graf, wollen Sie mir erlauben, daß ich Baptiſtin in Ihrem Namen beauftrage, ſich nach Jemandes Befinden zu erkundigen, den Sie kennen?“
„Ich habe mich zu Ihrer Verfügung geſtellt, um wie viel mehr nicht mein Diener?“
„Ach ich werde nicht ruhig, bevor ich nicht Gewißheit habe, ob es beſſer geht.“
„Soll ich Baptiſtin klingeln?“
„Nein, ich will ihn ſelber ſprechen.“
Morrel verließ das Zimmer und machte dem Kammerdiener ſeine Beſtellung; dieſer ging ſogleich weg.
„Nun, haben Sie ihn entſendet?“ fragte der Graf.
„Ja, und ich werde etwas ruhiger ſein.“
„Aber ich warte,“ rief Monte⸗Chriſto lachend.
„Ja, und ich werde reden. Hören Sie denn. Eines Abends befand ich mich, unter Bäumen verſteckt, in einem Garten. Niemand ahnte meine Nähe. Zwei Perſonen, erlauben Sie, daß ich vor⸗ läufig ihre Namen verſchweige, unterhielten ſich in meiner Nähe mit leiſer Stimme, aber der Gegenſtand ihres Geſprächs intereſſirte mich ſo ſehr, daß mir keine Sylbe davon entging.“
„Das fängt düſter an, Morrel, und dazu Ihr Zittern, Ihre Bläſſe 4
„Ja, ſehr finſter, mein Freund. Der Herr des Gartens, in deſſen Hauſe Jemand geſtorben war, und der Arzt ſprachen alſo mit einander. Oder vielmehr, der Erſtere vertraute dem Zweiten ſeine Furcht und ſeinen Schmerz, denn es war in ſehr kurzer Zeit der zweite Todesfall, und der Herr glaubte, ſein Haus ſei einem Würgengel durch Gottes Zorn bezeichnet.“
„Ah“—— ſagte der Graf, den jungen Mann fixirend, und ſeinen Eßtuhl unmerklich ſo wendend, daß er im Schatten ſaß, währens us volle Tageslicht Maximilians Geſicht traf.
„Ja,“ fuhr dieſer fort,„der Tod hatte zweimal hinter ein⸗ ander dieſes Haus heimgeſucht.“
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