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„Was giebt's, Maximilian?“ fragte er,„Sie ſind bleich und Ihre Stirn iſt mit Schweiß bedeckt?“
Morrel ſank auf einen Stuhl.
„Ja,“ ſagte er,„ich bin raſch wiedergekommen, denn ich muß Sie ſprechen.“
„Bei Ihnen iſt doch Alles wohl?“ fragte der Graf in einem Tone ſo wohlwollender Zärtlichkeit, daß die Aufrichtigkeit dieſer Geſinnung nicht zu verkennen war.
„Dank, Graf, Dank,“ ſagte der junge Mann, ſichtlich verlegen, wie er das Geſpräch beginnen ſollte,„ja, in meiner Familie iſt Niemand krank.“—
„Deſto beſſer! Aber Sie haben mir etwas zu ſagen,“ fragte der Graf immer unruhiger.
„Ja, es iſt wahr; ach, ich verließ ein Haus, in welches der Tod eintrat...“.
„Sie kommen von Herrn von Morcerf?“ fragte Monte⸗Chriſto.
„Nein, iſt Jemand dort geſtorben?“
„Der General hat ſich erſchoſſen,“ entgegnete der Graf kalt.
„D entſetzlich?“ rief Maximilian.
„Weder für die Gräfin, noch für Albert; beſſer der Vater und Gatte iſt todt, als entehrt; das Blut wird die Schande abwaſchen.“
„Arme Gräfin,“ ſagte Maximilian,„ja, die bedauere ich am Meiſten, ſie iſt eine ſo edle Frau.“
„Beklagen Sie auch Albert, junger Freund, denn glauben Sie mir, er iſt der Gräfin würdiger Sohn. Aber kehren wir zu Ihrer Angelegenheit zurück, bin ich vielleicht ſo glücklich, Ihnen dienen zu können?“
„Ach ja, ich bedarf Ihrer, wenigſtens bin ich thöricht genug, von Ihnen in einer Angelegenheit Hilfe zu erwarten, in der mir nur Gott helfen kann.“
„Sprechen Sie.“
„Ach ich wage es kaum, menſchlichen Ohren dieſes entſetzliche Geheimniß anzuvertrauen, aber die Nothwendigkeit zwingt mich dazu.“
Morrel hielt zögernd inne.
„Glauben Sie, daß ich Sie liebe?“ fragte Monte⸗Chriſto, die Hand des jungen Mannes zärtlich drückend.
Der Graf von Monte⸗Chriſto. 77


