Teil eines Werkes 
6 (1870)
Entstehung
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Tochter dieſen Albert geheirathet haben. Der General wollte es ſehr gern, und hat kürzlich ſelbſt deßhalb mit dem Banquier geſprochen, zum Glück war die rechte Zeit verpaßt, und wir konnten uns zu⸗ rückziehen.

Aber, ſagte Valentine furchtſam,ſoll denn die ganze Schande des Vaters auf den Sohn zurückwirken? Herr Albert ſcheint mir doch ſehr unſchuldig an dem Verrath des Generals.

Verzeihung, theure Freundin, ſagte die unerbittliche Eugenie, Herr Albert verdient und erhält auch ſeinen Theil, denken Sie

nur, geſtern ſchickt er dem Grafen von Monte⸗Chriſto eine Heraus⸗ forderung und heute macht er ihm vor allen Zeugen Entſchuldigungen.

Unmöglich! ſagte Frau von Villefort.

Ach, meine Gute, rief die Baronin mit jener ſchon erwähnten Naivetät,die Sache iſt nur zu gewiß, ich ſah Herrn Dobray, der

dabei war.

Auch Valentine wußte darum, aber ſie durfte nichts ſagen. Durch dieſe Unterredung ward ſie lebhaft an das Zimmer ihres Großvaters errinnert, wo Morrel ſie erwartete. Dieſem Gedanken ganz hingegeben, hatte Valentine während einiger Minuten keinen Theil an der Unterhaltung genommen, ja ſie wußte kaum, wovon die Rede war. Plötzlich legte Frau von Danglars die Hand auf ihren Arm und weckte ſie aus ihrer Träumerei.

Zitternd und erſchreckt blickte ſie zu der Baronin auf. Sie ſcheinen zu leiden, liebe Valentine, ſagte dieſe.

Ich? entgegnete das arme Kind, die Hand an die glühende

Stirn legend.

Ja, betrachten Sie ſich in dieſem Spiegel, Sie haben in einer Minute drei bis viermal die Farbe gewechſelt.

Wirklich, rief Eugenie,Du biſt ſehr bleich.

O beunruhige Dich nicht, Eugenie, es wird vorübergehen, mir iſt ſchon einige Tage nicht ganz wohl.

Und ſo wenig liſtig Valentine war, begriff ſie doch, daß dies

eine Gelegenheit ſei, ſich zurückzuziehen. Frau von Villefort kam

ihr zu Hilfe.

Geh' auf Dein Zimmer, Valentine, ſagte ſie,dieſe Damen werden gewiß verzeihen, trinke ein Glas klares Waſſer, das wird Dir gut thun.