Teil eines Werkes 
6 (1870)
Entstehung
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gewöhnlich, und ihre ſonſt ſo rein weißen Hände glichen wächſernen Händen, die eine gebliche Färbung mit der Zeit zerſtört.

Von Valentine glitt ſein Blick auf Noirtier; dieſer betrachtete mit dem tiefen, klugen Blicke das junge, in ſeine Liebe verſunkene Mädchen, aber er ſowohl wie Morrel bemerkten die Spuren eines kaum ſichtbaren Leidens, kaum ſichtbar, weil es bis jetzt Aller Augen, außer denen des Großvaters und des Geliebten entgangen war.

Aber, ſagte Morrel endlich,ich denke, der Trank, von dem Sie nun ſchon vier Löffel nahmen, iſt eigentlich für Herrn von Noir⸗ tier beſtimmt?

Er iſt ſehr bitter, ſagte Valentine,ſo bitter, daß Alles was ich ſpäter genieße, mir bitter ſchmeckt.

Noirtier ſah ſeine Enkelin fragend an.

Ja, Großpapa, ſo iſt es. Eben, ehe ich zu Ihnen kam, habe ich ein Glas Zuckerwaſſer getrunken und es, da es auch ſo bitter war, halb ſtehen laſſen.

Noirtier erbleichte und machte ein Zeichen, daß er ſprechen wolle.

Valentine ſtand auf, um das Wörterbuch zu holen.

Noirtiers Augen folgten ihr mit ſichtlicher Herzensangſt.

Wirklich ſtieg dem jungen Mädchen das Blut zu Kopfe, ihre Wangen färbten ſich.

Ach, rief ſie, immer noch heiter,das iſt ſonderbar; ich bin wie geblendet! Trifft denn die Sonne meine Augen?

Und ſie ſtützte ſich auf das Fenſterſims.

Die Sonne ſcheint ja nicht, ſagte Morrel, noch mehr durch Noirtiers Geſicht, als durch Valentinens Unwohlſein beunruhigt.

Er eilte zu ſeiner Geliebten.

Sie lächelte.

Beruhige Dich, Großpapa, ſagt ſie zu Noirtier,beruhigen Sie ſich, Maximilian, es war nichts, und ſchon vorüber... Aber halt, hören Sie doch, fährt nicht ein Wagen in den Hof?

Sie öffnete die Thür, eilte an ein Fenſter des Corridors, kam jedoch gleich wieder.

Ja, es iſt die Baronin Danglars mit ihrer Tochter, die uns einen Beſuch abſtatten. Ich eile auf mein Zimmer, damit man