Teil eines Werkes 
6 (1870)
Entstehung
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einen Augenblick lang den Gedanken hegte, dieſes Haus zu verlaſſen und eine Wohnung außer dem Hotel meines Vaters zu beziehen.

Ja gewiß, rief Morrel,ich erinnere mich dieſes Planes und war ſelbſt ſehr damit einverſtanden.

Nun, ſagte Valentine,ſo freuen Sie ſich, der gute Groß⸗ papa führt dieſen Entſchluß aus.

Herrlich! rief Maximilian.

Und wiſſen Sie, fragte Valentine,weshalb der gute Großpapa das Haus verläßt?

Noirtier ſah ſeine Enkelin an als ob ſie ſchweigen ſolle, aber Vatentine bemerkte es nicht, ihr Blick, ihr Lächeln war nur für Morrel.

O, was auch der Grund ſein mag, rief dieſer,ich erkläre, daß er gut iſt.

Vortrefflich, ſagte Valentine,er meint, die Luft der Vor⸗ ſtadt Saint⸗Honoré tauge nicht für mich.

Ach ja Valentine, rief Morrel,Herr von Noirtier kann wohl Recht haben. Seit vierzehn Tagen ſehen Sie ſehr leidend und angegriffen aus.

Ja, es iſt wahr, ein wenig, entgegnete Valentine,auch verſteht Großpapa die Stelle eines Arztes zu vertreten, und da er Alles weiß, ſetze ich das größte Vertrauen ihn ihn.

Alſo leiden Sie wirklich, Valentine? fragte Morrel lebhaft.

Ach, man kann es wohl kaum Leiden nennen, ich empfinde eine allgemeine Unbehaglichkeit, das iſt Alles, ich habe den Appetit

verloren, und es ſcheint mir, als unterläge mein Magen einem

Kampfe, um ſich an etwas zu gewöhnen.

Noirtier entging keines dieſer Worte.

O wie behandeln Sie dieſe unbekannte Krankheit 2

O ganz einfach, ich nehme jeden Morgen ein Löffelchen von dem Tranke, der für Großpapa bereitet wird, d. h. jetzt bin ich ſchon bis zu vier Löffeln geſtiegen; der gute Großpapa meint, es ſei ein Univerſal⸗Mittel.

Valentine lächelte, aber es war etwas Trauriges und Leidendes in dieſem Lächeln.

Trunken vor Liebe, betrachtete Maximilian ſie ſchweigend, ſie war ſchön, aber ihre Bläſſe war matter, ihre Augen glühender als

tiel

R.