Teil eines Werkes 
6 (1870)
Entstehung
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CXII. Valentine.

Man erräth, wo Morrel Geſchäfte hatte und wohin er eilte.

Morrel ging langſam auf das Haus des Herrn von Villefort zu. Wir ſagen langſam, weil es noch zu früh war. Aber er hätte mit ſeinem vollen Herzen nicht länger bei Monte⸗Chriſto bleiben können. Er wußte genau ſeine Zeit: die Stunde, in der Valentine bei Noirtier zugegen war, ſicherte den Liebenden ein ungeſtörtes Beiſammenſein. Noirtier hatte ihm nämlich wöchentlich zwei Be⸗ ſuche bewilligt und er benutzte nur zu gern dieſes ſüße Recht.

Als er anlangte, erwartete Valentine ihn ſchon. Unruhig, faſt betäubt, drückte ſie ihm die Hand und führte ihn zu ihrem Großvater.

Dieſe Unruhe war eine Folge des Aufſehens, welches Morcerſ's Abenteuer in der Oper, in der Welt gemacht hatte. Man zweifelte nicht, daß ein ernſtes Duell die Folge ſein müſſe; Valentine hatte mit ihrem weiblichen Inſtinct gleich errathen, daß Morrel dem Grafen von Monte⸗Chriſto ſecundiren werde. Den Muth ihres Geliebten, und die warme, innige Freundſchaft deſſelben für den Grafen kennend, fürchtete ſie, er habe ſich nicht mit der ihm zu⸗ getheilten paſſiven Rolle begnügt.

Man wird ſich denken können, wie genau und ausführlich Mor⸗

rel nun Alles erzählen mußte, und welche unbeſchreibliche Freude

in den Augen ſeiner Geliebten über den weniger glücklichen als unerwarteten Ausgang dieſer ſchrecklichen Sache ſtrahlte.

Jetzt, ſagte Valentine, Morrel bittend, ſich neben ihren Großvater zu ſetzen, und ſelbſt auf einem Tabouret zu deſſen Füßen Platz nehmend,jetzt wollen wir ein wenig von unſeren Angelegen⸗ heiten ſprechen. Sie wiſſen, Maximilian, daß der gute Großpapa