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glühte, er ſprang in ſein Kabinet und kleidete ſich dort mit Blitzes⸗ ſchnelle in den Anzug eines Seemanns.
So erſchien er, erſchreckend, unerbittlich, mit gekreuzten Armen vor dem General, der erſchreckt und todesbleich einen Schritt zu⸗ rückprallte, und ſich gegen einen Tiſch ſtützten mußte.
„Fernand,“ rief er,„von meinen hundert Namen habe ich nur nöthig Dir einen zu nennen, um Dich zu zerſchmettern, aber nicht wahr, dieſen einen wirſt Du errathen? oder Du wirſt Dich ſeiner vielmehr erinnern? denn ungeachtet meines tiefen Kummers, meiner furchtbaren Qualen, zeige ich Dir heute ein Geſicht, welches die Freude der Rache verjüngt hat, ein Geſicht, welches Du ſeit Deiner Verheirathung oft in Deinen Träumen geſehen haben mußt, ſeit Du Mercedes, meine Braut, heiratheſt.“
Den Kopf hintenübergebeugt, die Arme erhoben, ſah der General ſtarren Blicks dieſe furchtbare Scene an, dann, ſich an die Mauer ſtützend, ſchlich er zur Thür und ſtieß nur dieſen einen finſtern, klagenden, herzzerreißenden Schrei aus:
„Edmond Dantes.“
Dann ſchleppte er ſich mit Seufzern, die nichts Menſchliches mehr hatten, die Treppe herab, wankte wie ein Betrunkener durch den Hof, fiel in die Arme ſeines Kammerdieners und flüſterte matt:
„Nach Haus! nach Haus!“
Die friſche Luft und die Schaam vor ſeinen Leuten brachte
iihn wieder zu ſich, aber je näher der General ſeinem Hauſe kam,
je heftiger ward ſein Schmerz. Einige Schritte vor dem Hotel ſtieg er aus.
Die Thür war weit offen, ein Fiaker, ganz überraſcht in dieſe, 4
prächtige Wohnung beſtellt zu ſein, hielt in der Mitte des Hofes, der Graf ſah ihn mit Schrecken, aber er wagte nicht zu fragen und eilte in ſeine Zimmer.—
Zwei Perſonen kamen die Treppe herab. Sie zu vermeiden, trat er in ein Kabinet.
Es war Mercedes, die ſich auf ihres Sohnes Arm ſtützte. Sie gingen nur zwei Zoll bei dem Unglücklichen vorüber, der faſt durch Mercedes ſeidnes Kleid geſtreift ward und deutlich Alberts Worte
hörte:
„Muth, Muth, theure Mutter, wir ſind hier nicht mehr zu Hauſel“


