Teil eines Werkes 
6 (1870)
Entstehung
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Und dennoch hielt er ſie für die Urſache von ſeines Vaters Untergang und von dem Mißgeſchick, das jetzt auf meinem Hauſe laſtet.

Das iſt wahr, mein Herr, ſagte Monte⸗Chriſto mit ſeiner ſchrecklichen Ruhe.

Ohne Zweifel haben Sie ſich gegen ihn erklärt oder ihm Entſchuldigungen gemacht.

Keins von Beidem.

Aber was konnte dann ſeinem Betragen zu Grunde liegen?

Die Ueberzeugung wahrſcheinlich, daß es in dem Allen noch einen Mann gab, der weit ſchuldiger war als ich.

Und wer war dieſer Mann.

Sein Vater.

Sei es, ſagte der Graf erbleichend,aber Sie wiſſen, daß ſelbſt der Schuldigſte ſich nicht gern von ſeiner Straffälligkeit über⸗ zeugt. 5

Ich weiß es... Auch war ich auf das vorbereitet, was jetzt geſchieht.

Sie erwarteten, daß mein Sohn ein Feigling war, ſchrie der Graf. 1

Herr Albert von Morcerf kein Feigling, ſagte Monte⸗ Chriſto. 4.*

Ein Mann, der einen Degenin der Hand hält, ein Mann, deſſen tödtlicher Feind vor ihm ſteht, und der ſich dennoch nicht ſchlägt, iſt ein Feigling! O, weshalb iſt er nicht hier, damit ich es ihm ſagen kann..

Mein Herr, entgegnete Monte⸗Chriſto kühl,ich kann nicht annehmen, daß Sie zu mir gekommen ſind, um mich von Ihren kleinen Familien⸗Verhältniſſen a punterhalten. Sagen Sie das Herrn Albert, vielleicht antwortet er Ihnen.

O nein, nein, ſagte der General, mit einem Lächeln, das augenblicklich verſchwand,Sie haben Recht, deßhalb bin ich nicht gekommen, wohl aber, Ihnen zu ſagen, daß auch ich Sie als Feind betrachte, daß ich Sie inſtinktmäßig haſſe, daß es mir ſcheint, als habe ich Sie ſtets gekannt, ſtets gehaßt. Und da es nicht Sitte ſcheint, daß die jungen Leute dieſes Jahrhunderts ſich ſchlagen, denke ich, iſt an uns die Reihe... Iſt das auch Ihre Meinung?

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