Teil eines Werkes 
6 (1870)
Entstehung
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Geſicht, gleich der Sonne, deren letzte Strahlen im Nebel wie in einem Grabe verſchwinden.

Aber umſonſt erwartete er, daß der junge Mann zu ihm

kommen, ihm ſeine Triumphe mittheilen werde; daß ſein Sohn vor dem Kampfe den Vater nicht geſehen hatte, deſſen Ehre er rächen wollte, fand er begreiflich, aber warum kam er jetzt, da ſeine Ehre gerächt war, nicht, den harrenden Vater zu umarmen?

Er kam nicht....

Da ſchickte der Graf nach Alberts Kammerdiener, und welchen Befehl dieſer von ſeinem Herrn erhielt, wiſſen wir.

Zehn Minuten ſpäter verließ der Graf, ganz ſchwarz gekleidet, ſein Zimmer, und ſtieg in ſeine Equipage.

Sein Kammerdiener brachte ſeinen Militairmantel, ſteif durch die beiden Degen, welche er verbarg, dann ſchloß er die Thür und nahm neben dem Kutſcher Platz.

Nach den elyſäiſchen Feldern, zum Graf von Monte⸗Chriſto, rief dee General,ſchnell.

Vor dem Hauſe des Grafen angekommen, öffnete Herr von Morcerf ſelbſt den Schlag, ſprang, noch ehe die Pferde hielten, wie ein junger Mann zur Erde, ſchellte, und lerhaund mit ſeinem Diener in der geöffneten Thür. 3

Zum dritten Male hatte der Graf den Salon in ſeiner ganzen Länge durchſchritten, als Monte⸗Chriſto in die Thür trat..

Ach, wirklich Herr von Morcerf, ſagte er ruhig,ich. glaubte, falſch gehört zu haben.

Ja, ich bin es, ſagte der Graf, die Lippen ſo furchtbar

zuſammenziehend, daß man ihn kaum verſtehen konnte. Und was verſchafft mir das Vergnügen, den Herrn Graſen ſo früh bei mir zu ſehen? Sie haben dieſen Morgen eine Rencontre nrit meinem Sohne gehabt, mein Herr? ſagte der General. Sie wiſſen das? entgegnete Monte⸗ Ehriſto. Und ich weiß auch, daß mein Sohn gute Gründe hatte, den Kampf mit Ihnen zu wünſchen, und daß er Alles thun mußte, Sie zu tödten. In der That, ja, aber Sie ſehen, daß er mich trotz dieſer Gründe nicht getödtet, ja, ſich nicht einmal geſchlagen hat.