Teil eines Werkes 
5 (1870)
Entstehung
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Herz iſt ſelbſt der Widerſchein des Unglücks zu groß, welches Sie heute betroffen hat. Die Vorſehung will nicht, daß die Unſchul⸗ dige für den Schuldigen leide.

Ich weiß, daß Sie Beide das Hotel, Straße du Helder verlaſſen ohne das Mindeſte daraus mit ſich hinweg zu nehmen. Suchen Sie nicht zu erforſchen, wie ich es erfahren habe, ich weiß es, das iſt genug.

Hören Sie, Albert.

Es ſind jetzt vierundzwanzig Jahre, als ich, glücklich und ſtolz, in mein Vaterland zurückkehrte. Ich hatte eine Verlobte, Albert, eine Heilige, die ich anbetete. Ich brachte ihr hundertfünfzig Louis, die ich mühſam, durch unausgeſetzte Arbeit erworben hatte. Die⸗ ſes Geld war für ſie beſtimmt, und die Treuloſigkeit des Meeres bedenkend, hatte ich unſern Schatz in dem kleinen Garten eines Hauſes vergraben, welches mein Vater zu Marſeille in den Alleen von Meillan bewohnte.

Ihre Mutter, Albert, kennt ſehr wohl dieſes arme, liebe Haus. Kürzlich war ich in Marſeille. Ich ſah das Haus mit ſeinen

für mich ſo ſchmerzlichen Erinnerungen wieder, und als es Abend

ward, unterſuchte ich mit dem Spaten den Winkel, in welchen ich

unſern Schatz verborgen. Das eiſerne Käſtchen war noch an dem⸗

ſelben Platze, Niemand hatte es berührt. Es iſt leicht zu finden,

ein ſchöner Feigenbaum, den mein Vater am Tage meiner Geburt

gepflanzt, beſchattet die Stelle.

Albert, dieſes Geld, welches einſt das Leben und die Ruhe der Frau ſichern ſollte, die ich anbetete, hat heute durch einen trau⸗ rigen und unglücklichen Zufall denſelben Zweck wiedergefunden. O verſtehen Sie mich wohl, daß ich, der ich dieſer theuren Frau Millionen bieten könnte, ihr nur das Stück ſchwarzen Brodes reiche, welches, ſeit dem bittern Tage, an dem ich von dieſer viel⸗ geliebten Frau getrennt ward, unter meinem armen Dache ver⸗ geſſen ruht.

Sie ſind ein edler Mann, Albert, vielleicht jedoch macht Sie Stolz oder Empfindlichkeit blind. Ach, es wäre ſehr ungroßmüthig, wenn Sie von einem Andern nähmen, was ich das Recht habe, Ihnen zu geben. Ein Mann bittet Sie, das Leben Ihrer Mutter

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