Teil eines Werkes 
5 (1870)
Entstehung
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nicht beſchloſſen haben, was ich zu thun geſonnen bin, denn ich komme, um dieſem Hauſe und... Ihnen Lebewohl zu ſagen.

Auch ich gehe fort von hier, Albert, ſagte Mercedes.Ich muß geſtehen, daß ich darauf gerechnet hatte, mein Sohn werde mich begleiten; habe ich mich geirrt?

Mutter, ſagte Albert feſt,ich kann nicht zugeben, daß Sie das Schickſal theilen, dem ich entgegen gehe, ich werde arm und namenlos leben, ja ich werde mir mein Brod von einem Freunde borgen müſſen, bis ich ſelbſt etwas zu verdienen in Stande bin. Von hier aus, theure Mutter, gehe ich zu Franz, ihn um eine kleine Summe zu bitten, die ich nöthig haben werde.

Du arm, mein theures Kind, rief Mercedes,Du Hunger leiden? O ſprich nicht ſo, Du machſt ſonſt alle meine Entſchlüſſe zunichte.

Aber nicht die meinigen, geliebte Mutter, entgegenete Albert,ich bin jung, ſtark, habe Muth und weiß ſeit geſtern, was der Wille vermag. Ach Mutter, es gibt Leute, die noch ſchmerzli⸗ cher gelitten haben, und nicht nur nicht geſtorben ſind, ſondern ſich auf den Ruinen aller Ausſichten auf Glück, die der Himmel ihnen verliehen hatte, eine neue Exiſtenz gegründet haben. Ich habe das erfahren, ich habe dieſe Menſchen geſehen, ich weiß, daß ſie aus dem tiefſten Abgrunde, in den ſie ihre Feinde geſtürzt, mit ſtrah⸗ lender Macht und Kraft erſtanden find, daß ſie über ihren Feind triumphirt und ihn geſtürzt haben. Nein, Mutter, nein, von heute an habe ich mit der Vergangenheit abgeſchloſſen, nichts bleibt von ihr, ſelbſt nicht mein Name, denn, theure Mutter, nicht wahr, Sie fühlen, daß Ihr Sohn nicht den Namen eines Mannes tragen kann, der vor einem andern Manne erröthen muß?

Albert, mein Kind, ſagte Mercedes,wäre mein Herz ſtär⸗ ker, würde ich Dir denſelben Rath gegeben haben, aber meine er⸗ loſchene Stimme ſchwieg, als Dein Gewiſſen noch ſprach, folge ihm mein Sohn. Du hatteſt Freunde, brich für den Augenblick mit ihnen, aber im Namen Deiner Mutter, verzweifle nicht! In Dei⸗ nem Alter iſt das Leben noch ſchön, Du biſt ja kaum zweiund⸗ zwanzig Jahr, Dein reines Herz verdient auch einen reinen Namen, nimm den meines Vaters an, er hieß Herrera. Ich kenne Dich, mein Albert; welche Laufbahn Du auch wählen wirſt, bald wird

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