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gar nichts, wenn man bedenkt, ein Pflegeſohn Frankreichs, ging er zu den Engländern über, Spanier von Geburt, kämpfte er gegen Spanien, von Ali beſoldet, verrieth und mordete er denſelben, was iſt im Vergleich dazu dieſer Brief? Ein Betrug aus Liebe, den, ich geſtehe und begreife es, die Frau verzeihen muß, welche dieſen Mann geheirathet hat, aber den der nicht verzeihen kann, welcher dieſe Frau heirathen wollte. Die Franzoſen haben ſich an dem Ver⸗ räther nicht gerächt, die Spanier haben ihn nicht erſchoſſen, Ali tief im Grabe ruhend, konnte ihn nicht ſtrafen, aber ich, verrathen, getöd⸗ tet, auch in ein Grab geworfen, bin durch Gottes Gnade dieſem Grabe entronnen, Gott ſelbſt will die Rache, durch mich fordert er Rache!“
Die arme Frau brach kraftlos zuſammen, ſie fiel auf die Kniee.
„Verzeihung, Edmond,“ flehte ſie,„Verzeihung für mich, die Sie noch liebt. Die Würde der Gattin hemmte den Aufſchwung der Geliebten und Mutter.“
Ihre Stirn berührte faſt den Teppich.
Der Graf eilte zu ihr und hob ſie auf.
In einem Sopha ruhend, konnte ſie genau das männliche Ge⸗ ſicht des Grafen betrachten, welches durch Schmerz und Haß faſt drohend ward.
„Ich ſoll dieſe Verfluchten nicht zerſchmettern, ich ſoll Gott ungehorſam ſein, der mich zum Werkzeuge ſeiner Rache erkoren hat? Unmöglich... unmöglich...“ murmelte er.„Nein, gnädige Frau, es geht nicht!“
„Edmond,“ ſagte die unglückliche Mutter, jedes Mittel ver⸗
ſuchend,„o mein Gott, wenn ich Sie Edmond nenne, weshalb
nennen Sie mich nicht Mercedes.“
„Mercedes!“ wiederholte Monte ⸗Chriſto,„Mercedes! ach ja, Sie haben Recht, dieſer Name iſt mir noch immer theuer... ach, und ſeit langer Zeit iſt er nicht ſo klar meinen Lippen entflohen. O Mercedes, ich habe ihren Namen in den Seufßzern tiefſter Traurig⸗ keit geflüſtert, ich habe ihn im tiefſten Schmerze gehaucht, wie in der Wuth der Verzweiflung. Vor Kälte erſtarrt, auf das Stroh meines Lagers gekauert, oder von der Hitze durchglüht auf den Steinplatten meines Kerkers liegend, dachte ich an Sie, Mercedes; o Mercerdes, und ich muß mich rächen, denn vierzehn Jahre lang habe ich geweint,
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