Teil eines Werkes 
5 (1870)
Entstehung
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„Ja. Albert hat mich ſchriftlich gebeten, dieſen Abend in der Oper zu erſcheinen, ich ſollte alſo doch wohl Zeuge der Ihnen zu⸗ gefügten Beleidigung ſein.“

„Wahrſcheinlich,“ ſagte Monte⸗Chriſto mit ſeiner unerſchütter⸗ lichen Ruhe. 0

„Aber was werden Sie mit ihm machen?“

„Mit wem?“

„Mit Albert.“

„Mit Albert?“ entgegnete Monte ⸗Chriſto in demſelben Tone, „was ich mit ihm machen werde, Maximilian? ſo wahr Sie hier ſind und ich Ihnen die Hand drücke, werde ich ihn morgen, bevor es Zehn geſchlagen, tödten.“

Morrel ergriff des Grafen Hand und bebte, indem er dieſe kalte und ruhige Hand fühlte.

„Ach Graf,“ ſprach er,„ſein Vater liebt ihn ſo ſehr.“

„Sprechen Sie nicht von dem!“ ſchrie Monte⸗Chriſto, die erſte Regung eines bei ihm ungewöhnlichen Zornes zeigend,„ich will, daß er leidet.“

Beſtürzt ließ Morrel die Hand des Grafen frei.

„Graf! Graf!“ ſagte er.

„Lieber Maximilian,“ ſagte dieſer,„hören Sie nur, wie ent⸗ zückend Duprez dieſe Stelle ſingt:

„O Mathilde, Abgott meiner Seele!“

„Sehen Sie, ich habe zuerſt Duprez's vorzügliches Talent in Neapel erkannt, und war der Erſte, der ihm applaudirte. Bravo! Bravo!“

Morrel ſah ein, daß er jetzt nichts weiter ſagen durfte und ſchwieg. Der Vorhang fiel. Es ward an der Logenthür geklopft.

„Herein!“ rief Monte⸗Chriſto mit ſeiner gewöhnlichen ruhigen klangvollen Stimme.

Beauchamp erſchien an der Thür.

„Guten Abend, mein lieber Beauchamp,“ ſagte Monte⸗Chriſto, als ſähe er den Journaliſten dieſen Abend zum erſten Male,

„nehmen Sie doch Platz.“ Beauchamp grüßte, trat näher und ſetzte ſich.* „Mein Herr,“ redete er den Grafen an,„wie Sie geſehen haben werden, begleitete ich vorhin Herrn von Morcerf.“

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