Teil eines Werkes 
5 (1870)
Entstehung
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O mein Gott, murmelte Villefort, die Hände faltend,was werde ich noch hören müſſen!

Sind wir hier auch allein, mein Freund?

O Gott ja, ganz allein! Aber was bedeutet dieſe große Vorſicht?

Sie bedeutet, daß ich Ihnen ein entſetzliches Geheimniß mit⸗ zutheilen habe, ſagte der Doctor,ſetzen wir uns.

Villefort fiel mehr auf die Bank, als daß er ſich darauf ſetzte, Avrigny blieb vor ihm ſtehen und legte eine Hand auf die Schulter ſeines Freundes.

Morrel war vor Schreck erſtarrt, mit der einen Hand kühlte er ſeine brennende Stirn, mit der andern bedeckte er das unruhige Herz, damit deſſen heftige Schläge nicht gehört würden.

Todt! todt! wiederholte er in Gedanken, mit der Stimme ſeines Herzens.

Und er ſelbſt war dem Tode nahe.

Sprechen Sie, Doctor, ich höre, rief Villefort,ſchlagen Sie

zu, ich bin auf Alles vorbereitet.

Frau von Saint⸗Méran war ſehr alt, das iſt wahr, aber ſie erfreute ſich ſtets einer ausgezeichneten Geſundheit.

Morrel athmete zum erſten Male ſeit zehn Minuten wieder freier.

Der Kummer hat ſie getödtet, rief Villefort, ja der Kummer, Doctor. Die Gewohnheit, ſeit dreißig Jahren mit dem Marquis zuſammen zu leben...

Nicht der Kummer, mein Freund, ſagte der Arzt feſt.Kummer kann tödten, obgleich dieſe Fälle ſelten ſind, aber er tödtet nicht in einem Tage, nicht in einer Stunde, nicht in zehn Minuten....

Villefort antwortete nicht, er hob nur ſeinen bis dahin geſenkten Kopf und ſah den Doctor entſetzt an.

Sie wohnten dem Todeskampfe bei? fragte Herr von Avrigny.

Gewiß, denn Sie ſagten mir ja ganz leiſe, ich ſollte mich nicht entfernen.

Haben Sie genau auf die Symptome geachtet, denen Frau von Saint⸗Méran erlag?

Genau! Die Marquiſe hatte drei Anfälle, einen nach dem andern und jedes Mal ſchneller hinter einander folgend. Als Sie kamen, war die Marquiſe ſchon lange ſehr aufgeregt geweſen und