Teil eines Werkes 
5 (1870)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1

Wagen und Pferd verbarg er hinter einem halb verfallenen Gemäuer.

Der Tag neigte ſich und die Bäume des Gartens glichen dunkeln, ſchweigenden Schatten.

Morrel verließ ſein Verſteck, nahte ſich dem Gitter, ſah hinburch, gewahrte jedoch Niemand.

Es ſchlug halb neun.

Sein Herz klopfte heftig, er ging wartend auf und ab und kehrte in immer kürzeren Zwiſchenräumen zum Gitter zurück. Der Garten verfinſterte ſich mehr und mehr, aber kein weißes Kleid ſchimmerte durch dieſes Dunkel, kein Geräuſch nahender Schritte unterbrach dieſes tiefe Schweigen.

Das Haus, deſſen Umriſſe man zwiſchen den Gebüſchen durch noch gewahren konnte, blieb dunkel und glich in nichts einem Hauſe, in welchem ein Heirathscontract unterzeichnet werden ſoll.

Morrel ſah nach der Uhr, ſie wies auf zehn, aber unglücklicher Weiſe ſchlug die ſchon einmal gehörte Thurmuhr zu gleicher Zeit neun.

Dies war der entſetzlichſte Augenblick für das Herz des armen, jungen Mannes, auf dem jede Secunde mit bleierner Schwere laſtete.

Es ſchlug halb zehn.

Eine halbe Stunde über die von Valentine ſelbſt feſtgeſetzte Zeit war alſo im nutzloſen, qualvollen Warten vergangen.

Das geringſte Geräuſch der Blätter, der ſchwächſte Hauch des Windes übergoß ſeine Stirn mit kaltem Schweiße. Zitternd be⸗ feſtigte er die Leiter und ſetzte, um keine Zeit zu verlieren, den Fuß auf die unterſte Sproſſe.

Inmitten dieſes Schwankens zwiſchen Furcht und Hoffnung, inmitten dieſer grenzenloſen Herzensqual, ſchlug es zehn Uhr an der Kirche.

O, murmelte Maximilian,ich habe Alles berechnet, und es iſt unmöglich, daß dieſe Feierlichkeit ſo lange dauern kann, es muß alſo irgend etwas paſſirt ſein.

Und er ging immer aufgeregter vor dem Gitter auf und ab und kühlte dann und wann ſeine glühende Stirn an dem kalten

Eiſen. War Valentine in Folge der übergroßen Anſtrengung ohn⸗

mächtig geworden, oder hatte man ihre Flucht verhindert? Nur

verließ lauf u ſuchten den ei wagte eine u G zu ma faſt e⸗

war

obgle Zeit

und ſein

gem

ſo

mut

Fenſ

von hän

nie geda